Windisch: Ökostrom für alle?

Sollen alle Windischer automatisch Wasserstrom erhalten? Darüber wird am 3. März abgestimmt. FDP und SVP haben das Referendum ergriffen. Sie sprechen von Bevormundung der Bürger.

Nur Wasser- oder auch Atomstrom? Die Stimmbevölkerung entscheidet am 3. März.

Bildlegende: Nur Wasser- oder auch Atomstrom? Die Stimmbevölkerung entscheidet am 3. März. Keystone

Der Windischer Gemeinderat will ein Zeichen setzen: Ab 2014 sollen alle Stromkunden automatisch Schweizer Wasserstrom erhalten. Damit soll das Energiestadt-Label umgesetzt werden, und eine nachhaltige Energiepolitik vorgelebt werden.

Wie bis anhin auch können Windischer zwar wählen, ob sie lieber Atomstrom beziehen möchten. Dieser ist aber nicht mehr billiger, sondern gleich teuer wie Wasserstrom. Insgesamt wird so der Windischer Strom leicht teurer. Die Rede ist von neun Franken Mehrkosten pro Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt.

Der Einwohnerrat hat im Oktober 2012 die Pläne des Gemeinderats mit 20 Ja zu 16 Nein abgesegnet. Trotzdem kommt es jetzt zu einer Urnenabstimmung. FDP und SVP haben das Referendum ergriffen. 553 Unterschriften haben die beiden Parteien gesammelt, 387 Unterschriften wären nötig gewesen.

Stromkunden zu ihrem Glück zwingen?

FDP und SVP haben nicht grundsätzlich etwas gegen Wasserstrom, und auch die leichte Preiserhöhung stört sie nicht sonderlich. Vielmehr kritisieren sie, dass die Stromkunden faktisch keine Wahlfreiheit mehr haben, wenn Atomstrom gleich teuer wird wie Wasserstrom. Die Parteien sprechen deshalb von einer Bevormundung der Bürger.

Anders sehen dies die Befürworter aus dem Lager von CVP, SP und EVP: Windisch könne sich für einen läppischen Mehrpreis vom Atomstrom verabschieden, diese Chance dürfe man sich nicht entgehen lassen. Wie dies die Windischer sehen, wird an der Urne am 3. März entschieden.