Wohlen muss sich ändern – vor allem bei der Finanzkontrolle

In der Freiämter Zentrumsgemeinde braucht es auf mehreren Ebenen Reformen, sowohl kurz- als auch langfristig. Am Donnerstag hat der Gemeinderat die entsprechenden Pläne dazu vorgestellt. Zwei Dinge sind klar: Es wird dauern und es wird nicht überall einfach. Trotzdem übt man sich in Optimismus.

Die Aargauer Kantonsregierung musste sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der Gemeinde Wohlen beschäftigen. Der Gemeindeammann Walter Dubler ist suspendiert, das Budget fürs nächste Jahr steht noch nicht, kurz: Es läuft momentan mehr schlecht als recht.

Finanzen besser kontrollieren

Damit in der viertgrössten Aargauer Gemeinde nicht das totale Chaos ausbricht hat der Regierungsrat einige Sofortmassnahmen angeordnet, unter anderem müssen die dringendsten Finanzfragen geklärt werden. Heute stehe es um die Kontrolle der Finanzen schlecht urteilt die Regierung.

«  Mir müssen die internen Kontrollabläufe bei den Finanzen schriftlich festhalten »

Paul Huwiler
Vize-Ammann Wohlen

Schon heute funktioniere die Verwaltung ordentlich, rechtfertigt sich Vize-Ammann Paul Huwiler. Allerdings sei einiges nicht schriftlich festgehalten, das müsse man nun ändern. Dazu hat Wohlen nun eine Taskforce mit Vertretern von Gemeinde und Kanton sowie externer Spezialisten gegründet.

Bis Ende Jahr soll diese Taskforce die drängendsten Kontrollmängel beheben. Das sei zwar ein knapper Fahrplan, heisst es bei der Gemeinde, aber man werde es schaffen, die Arbeiten hätten schon begonnen. Damit ist es in Wohlen aber noch nicht getan.

Es braucht langfristige Korrekturen

Die Überarbeitung des internen Kontrollsystems bei den Finanzen reicht allerdings nicht aus. Damit Wohlen langfristig wieder reibungslos funktionieren kann, müsse man die ganze Verwaltung neu organisieren, schreibt der Gemeinderat in einer Präsentation an die Mitarbeiter.

Es brauche einen grundlegenden Kulturwandel, heisst es dort. Es fehle eine übergeordnete Koordination zwischen einzelnen Abteilungen und Ressorts. Für abteilungsübergreifende Projekte sei man in Wohlen nicht gerüstet.

«  Wir hatten seit 20 Jahren keine grundsätzlichen Reformen mehr, jetzt ist es Zeit dafür.  »

Paul Huwiler

Die ganze Gemeindeorganisation laufe seit über 20 Jahren in etwa gleich, erklärt Vize-Ammann Paul Huwiler, es habe jeweils höchstens kleine Anpassungen gegeben, wenn zum Beispiel neue Aufgaben entstanden sind. Das müsse man nun ändern.

Für diese Reorganisation hat Wohlen nun eine Arbeitsgruppe gebildet, die ebenfalls von einem externen Experten beraten wird. Ein solcher Prozess dauere aber seine Zeit, sagt der Vize-Ammann. «Das wird noch mindestens bis Ende dieser Legislatur dauern, bis hier die Massnahmen spürbar werden.» Frühestens 2017 würde in Wohlen also nach einem modernen Führungsmodell gearbeitet.