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Zonenplan Wohlen «Es heisst manchmal, wir seien zu lasch»

Der Gemeinderat von Wohlen setzt die Bauvorschriften durch. Besonders heikel ist die Situation im Ortsteil Anglikon.

Schild beim Gemeindehaus Wohlen.
Legende: In Wohlen sollen die Zonenvorschriften für alle gleich gelten, findet der Gemeinderat. SRF

Wohlen, Ortsteil Anglikon, eine schöne Wohnlage, sehr grün und sehr ruhig. Aber es ist auch eine etwas heikle Wohnlage. Es gibt nämlich Parzellen, die in zwei verschiedenen Zonen liegen. Vorne, gegen die Strasse, gilt die normale Bauzone. Hinten, gegen Felder und Wald, gilt die Grünzone. Und in dieser darf man nichts bauen.

Arsène Perroud, Gemeinderat Wohlen
Legende: Arsène Perroud, Gemeinderat (Raum- und Bauplanung) und ab 1.1.2018 Ammann von Wohlen. SRF/Stefan Ulrich

Doch die Besitzer von Einfamilienhäusern in diesem Gebiet wissen das nicht, wollen es nicht wissen oder haben es einmal gewusst und im Laufe der Jahre vergessen oder auch verdrängt. Denn wenn Nachbar A seinen Sitzplatz vergrössert und die Grünzone ritzt, dann baue ich halt mein Gartenhäuschen auch in der Grünzone.

Und Nachbar B zieht dann nach mit dem Stall für die Chüngel. Die Bauerei zieht so immer weitere Kreise und es entstehen Einzäunungen, Unterstände, Wasserbecken und andere Dinge, die die Gärten und damit das Leben verschönern, aber den Zonenplan verletzen.

Der Gemeinderat muss sich unbeliebt machen

«Ohne böse Absicht ist gebaut worden», sagt Arsène Perroud, Gemeinderat von Wohlen und zuständig für das Ressort Raum- und Bauplanung in der Gemeinde Wohlen. Aber böse Absicht hin oder her: Tatsache ist, dass die Bauten nicht zonenkonform sind. Deshalb mussten sie zurückgebaut oder abgeändert werden. «So macht man sich keine Freunde», hat Perroud realisiert. «Aber als Gemeinde sind wir verantwortlich dafür, dass Bauvorschriften eingehalten werden.»

In Anglikon kommen sich nicht nur Bau- und Grünzone in die Quere, sondern auch die Bau- und die Landwirtschaftszone. In dieser sind Bauten aber noch eher möglich als in der Grünzone. Auch hier suchte die Gemeinde das Gespräch mit den Grundeigentümern.

Und wo es möglich ist, werden Bauten jetzt legalisiert, indem nachträglich Baugesuche eingereicht werden müssen. Eine ganze Reihe davon sind nun amtlich publiziert worden. «Einfriedung, Brunnen mit Platz, Sitzplatz, Schopf» – so ist zum Beispiel eines der Bauobjekte beschrieben. Bei einem anderen heisst es: «Einfriedung, Unterstand für Wild und für Holz.»

Die Bevölkerung kontrolliert die Bevölkerung

Wie hat Gemeinderat Arsène Perroud eigentlich herausgefunden, dass Bauten die Zonenvorschriften verletzen? Hat er das auf einem Sonntagsspazierung durch Anglikon, bewehrt mit Zonenplan und Massstab, entdeckt?

«Nein, so etwas mache ich nicht», antwortet Perroud. «Es gibt aber häufig Meldungen aus der Bevölkerung, dass etwas ohne Bewilligung gebaut worden ist. Dem müssen wir nachgehen. Uns wird eigentlich nie vorgeworfen, wir seien zu pingelig. Eher das Gegenteil ist der Fall, dass es heisst, wir seien zu lasch.»

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