Zu viele Schüler in der Solothurner Sekundarstufe

In der vier-gliedrigen Solothurner Sekundarstufe wäre die Sek P für jene Schülerinnen und Schüler vorgesehen, die später an die Kantonsschule wollen. Neue Zahlen zeigen aber: Viele Jugendliche wählen die Sek P und verzichten danach aufs Gymnasium oder steigen aus. Das schafft Probleme.

Schüler schreiben in Heft

Bildlegende: Viele Schüler besuchen im Kanton Solothurn die Sek P, obwohl sie danach gar keine Matur machen. Keystone

Die Politik plante bei der Einführung der Sek P vor drei Jahren, dass höchstens jeder fünfte Schüler diesen Sek-Typ besucht. Die aktuellen Zahlen zeigen aber, dass jeder vierte Schüler dieses Oberstufenprofil wählt. Das sei nicht so gedacht gewesen, sagt nun die Solothurner Regierung.

«Das Ziel der Sek P ist, dass die Schüler den Weg einer gymnasialen Matura gehen», erklärt Bildungsdirektor Remo Ankli gegenüber Radio SRF. Viele Schüler nähmen die Sek P aber ohne realistische Aussicht auf eine Matura in Angriff. Oft stiegen sie dann nach dem ersten Jahr Gymnasium aus.

Neue Leistungskriterien gefordert

«Dies liegt daran, dass die Selektions- und Leistungskriterien noch nicht befriedigend sind», sagt Remo Ankli. Ausserdem seien die Schüler selber und auch die Eltern oft schlecht über die weiteren Absichten hinter den Sek-Profilen informiert. «Wer nach der obligatorischen Schulzeit eine Berufslehre macht, gehört in die Sek E», so Remo Ankli weiter.

Entsprechende Änderungen der Selektions- und Leistungskriterien seien beim Bildungsdepartement in Gang. Zudem überlege man sich auch, wie man die Bevölkerung besser informieren kann. Das Departement wirkt dabei aber nicht alleine, man kooperiere mit dem Lehrer- und mit dem Gewerbeverband.

Das Sek P Profil gibt es seit dem Schuljahr 2011/12. Nach sechs Jahren in der Primarschule bereitet man die Schüler dort während zweier Jahre auf die Kantonsschule vor. Das E-Profil hingegen dauert nach der Primarstufe drei Jahre und spricht die Schüler an, welche die Absicht haben eine Berufsausbildung zu machen.