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100 Jahre Scintilla Zuchwiler Innovationen für Flugpioniere und Heimwerker

Aus der Scintilla stammen die weltweit erste Stichsäge oder der Autoblinker. Und die Firma ermöglichte den Atlantikflug.

Legende: Video 100 Jahre Scintilla abspielen. Laufzeit 04:43 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 16.08.2017.

98 Jahre produzierte die Firma Scintilla in Zuchwil elektrische Geräte. 2015 wurde das letzte Elektrowerkzeug montiert. Das Mutterhaus Bosch verlagerte die Produktion von Stichsägen und Bohrmaschinen aus der Schweiz nach Ungarn. 330 Stellen wurden gestrichen.

Eine schwere Zeit für Stefano Delfini, den damaligen Entwicklungsleiter. Rückblickend sei es aber eine Phase des Umbruchs in der Firmengeschichte der Scintilla, wie es sie mehrmals gegeben habe in den letzten 100 Jahren.

Der Ingenieur bereitet die Jubiläums-Ausstellung der Scintilla vor. Ab dem 24. Juni 2017 ist diese zugänglich. Gezeigt werden Produkte und Meilensteine aus der 100-jährigen Firmengeschichte. Von den Anfängen 1917 über den Aufstieg zum weltweiten Unternehmen mit Produkten für Heimwerker und Profis.

Vor allem aber wird auch der mehrmalige komplette Umbau der Firma thematisiert – wie letztmals seit 2013 nach der Ankündigung, dass in Zuchwil künftig keine Produkte mehr hergestellt werden.

Die Zukunft ist gesichert

Laut Ute Lepple, Scintilla-Direktorin und kaufmännische Leiterin Zubehör von Bosch, stehe der Standort Zuchwil als weltweiter Hauptsitz des Zubehörs nicht zur Diskussion. Das Firmengelände in der Nähe des Solothurner Bahnhofs und der Autobahn sei ideal gelegen. Geprüft werde aber ein Neubau neben dem heutigen Areal, welches Anfangs 2017 verkauft wurde und wo Scintilla nun Mieterin ist.

Meilensteine der Scintilla

  • 1917: Gründung als Tochterfirma der BBC durch ehemalige Bosch-Mitarbeiter. Produktion von Zündfunken-Apparaten (Magnetos).
  • 1927: Charles Lindbergh fliegt als erster Mensch über den Atlantik. Sein Flugzeug ist mit Scintilla-Magnetos ausgerüstet.
  • 1928: Erfindung der Blinker-Leuchte für Fahrzeuge.
  • 1930: 1600 Angestellte arbeiten für Scintilla. 90 Prozent der Produkte werden exportiert. Niederlassungen auf der ganzen Welt.
  • 1939: Mit Beginn des 2. Weltkriegs bricht das Exportgeschäft ein. Konzentration auf Produktion von Elektromotoren.
  • 1944: Erfindung der Stichsäge durch Mitarbeiter Albert Kaufmann. Produktion ab 1946.
  • 1954: Robert Bosch GmbH übernimmt Aktienmehrheit. Konzentration auf Entwicklung und Produktion von Elektrowerkzeugen.
  • 1954: Scintilla-Geräte werden nur noch unter dem Namen Bosch verkauft.
  • 1978: Beginn Produktion von Säbelsägeblättern in St. Niklaus (VS).
  • 2002: Produktion erster Geräte wird nach Ungarn verlagert.
  • 2013: Ankündigung, dass Produktion in Zuchwil geschlossen wird und 330 Stellen wegfallen.
  • 2015: Letzte Montage einer Stichsäge in Zuchwil.
  • 2017: 100 Jahre Scintilla. 280 Personen arbeiten im Hauptquartier für Zubehör in Zuchwil, 560 produzieren in St. Niklaus Sägeblätter.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Auch der Dieselmotor hat von Scintilla profitiert.Die legendären Stempel-Einspritzpumpen,in unzähligen Lastwagen und Diesel-PW verbaut und so gut wie un- zerstörbar,wurden bei Scintilla hergestellt.Tausende laufen noch heute zur vollen Zufriedenheit.
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