23'000 Unterschriften für ausländische Musiker in Basel

Eine Petition setzt sich dafür ein, dass mehr als 50 Musikerinnen und Musiker aus Drittstaaten im Land bleiben dürfen. Der Kanton erteilt diesen Musikern ab Mitte Jahr keine Arbeitsbewilligung mehr, weil dafür die rechtliche Grundlage fehlt. Die Petition wird diese Woche eingereicht.

Verschiedene Flöten

Bildlegende: Spezielle Instrumente brauchen spezielle Musiker. Keystone

Es ist eine beeindruckende Zahl: Mehr als 23'000 Unterschriften sind bislang für die Petition zusammengekommen. «Aus der ganzen Welt haben Leute unterschrieben. Sogar aus Japan hat mich ein Brief eines Professors erreicht», sagt CVP-Grossrätin Beatrice Isler vom Petitionskomitee.

Dass sich derart viele Leute hinter dieses Anliegen stellen, hat vermutlich zwei Gründe. Erstens sind Musiker weltweit miteinander vernetzt. Und zweitens sind viele der ausländischen Musiker in Basel bestens integriert: Sie wurden hier ausgebildet, zum Beispiel an der Musikakademie, und sie arbeiten seit Jahren in der Region als Musiklehrer oder als Konzertmusiker.

Beatrice Isler weiss, dass eine Petition ein politisch eher schwaches Mittel ist. Sie hofft jedoch, dass die Unterschriftensammlung Druck macht auf die Bundesbehörden in Bern. Diese müssten Gesetz und Verordnung anpassen, dass die Musikerinnen und Musiker in der Schweiz bleiben könnten.

Kaum erfüllbare Bewilligungs-Kriterien

Konkret geht es darum, dass die aktuellen Regelungen von Musikern aus Drittstaaten wie Israel oder China eine Festanstellung von 75 Prozent fordern. Nur so erhalten sie eine Arbeitsbewilligung. Diese Anforderungen können Musiker jedoch kaum erfüllen, weil es kaum Festanstellungen mit derart grossen Pensen gibt. Die meisten Musiker sind freischaffend und leben von ganz verschiedenen Engagements.

Die Bundesbehörden sollten auf die speziellen Verhältnisse in der Musikszene Rücksicht nehmen, fordert daher André Baltensperger, ehemaliger Rektor der Musikakademie Basel. Er ist Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich unlängst mit Vertretern des Bundesamts für Migration zu einer Sitzung getroffen hat.

Das Gespräch sei gut verlaufen, sagt André Baltensperger. Er habe viel Verständnis von den Behörden für die Situation der Musiker gespürt. Baltensperger und seine Mitstreiter wollen dem Bund nun Vorschläge unterbreiten, wie man die Verordnungen so anpassen könnte, dass auch Musiker aus Drittstaaten eine realistische Chance haben, eine Arbeitsbewilligung zu erhalten.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)