Abstimmung kann Campingplatz Hölstein nicht retten

Eigentlich hätten die Stimmberechtigten von Hölstein am 28. Februar über das Schicksal ihres Camping-Platzes entscheiden sollen. Doch nun ist klar: Der Ausgang der Abstimmung hat keinen Einfluss auf die Zukunft des Platzes. Der Campingplatzbetreiber hört auf.

Blick auf ein Häuschen mit Schweizer Fahne am Fahnenmasten

Bildlegende: Den Campingplatz Wiesengrund Hölstein gibt es bald nicht mehr. BL Tourismus

240 Personen hatten sich zum Ziel gesetzt, den seit Jahrzehnten bestehenden Campingplatz «Wiesengrund» in Hölstein zu retten. Mit einem Referendum wollten sie verhindern, dass das Areal der nahen Gewerbezone «Bärenmatte» zugeteilt wird. Jetzt aber sagt der Betreiber, dass er den Camping-Platz unabhängig vom Abstimmungs-Resultat aufgeben werde.

Der Campingplatz habe seine Erholungsfunktion sowieso bereits verloren, schreibt er in der «Oberbaselbieter Zeitung». Grund sei das Gewerbe, das sich in den vergangenen Jahren rund um das Areal angesiedelt habe. Im letzten Herbst haben die Hölsteinerinnen und Hölsteiner an der Gemeindeversammlung denn auch beschlossen, das Gebiet der Gewerbezone zuzuschlagen.

«Interesse an diesem Gewerbegebiet besteht bereits», sagt Gemeindeverwalter Fritz Kammermann. Und da der Betreiber des Campingplatzes seinen Betrieb aufgebe, sei die Abstimmung tatsächlich in gewisser Weise überholt: «Das Referendum will einen Campingplatz retten, der gar nicht mehr zu retten ist.»

Spricht sich die Hölsteiner Stimmbevölkerung am 28. Februar gegen eine Umzonung aus, sei die Situation tatsächlich etwas eigenartig. «Dann hätten wir mitten im Gewerbegebiet ein Areal, auf dem nur ein Campingplatz betrieben werden darf, ohne dass es einen Campingplatz gibt.» Tragisch wäre das für die Gemeinde nicht, sagt Kammermann, aber unangenehm für den Privateigentümer. Dieser wolle das Areal verkaufen und das könne er wohl besser, wenn es zur Gewerbezone gehöre.