Ärzte aus beiden Basel nicht einig zur Spitalfusion

Zum ersten Mal äussern sich mit den Ärzteverbänden auch die Direktbetroffenen zur geplanten Spitalfusion. Auch wenn beide Verbände das Zusammengehen grundsätzlich begrüssen, gibt es deutliche Kritik. Diese geht jedoch auseinander.

Ärzte am Operationstisch

Bildlegende: Die Basler Ärzteschaft will die universitäre Medizin stärken, die Baselbieter das Bruderholzspital erhalten. Keystone

Die Ärztegesellschaft Baselland fokussiert ihre Kritik auf die Pläne rund um das Bruderholzspital. Der geplante Abbau von Betten sei voreilig. Der Verband fordert in einer Mitteilung deshalb: «Ein Bekenntnis zur Fortführung einer stationären Grundversorgung am Standort Bruderholz bis zum Jahr 2026.» Weiter möchten die Baselbieter Ärzte die Notfallstation im unteren Kantonsteil erhalten. Ihre Forderungen decken sich weitgehend mit den Anliegen der Volksinitiative «Ja zum Bruderholzspital».

Beim Basler Pendant, der Medizinischen Gesellschaft Basel, kommen diese Forderungen nicht gut an. Deren Präsident, Felix Eymann, der auch für die LDP im Grossen Rat sitzt, bezeichnet sie als «Zwängerei und unnötiges Kantönlidenken». Aber auch die Basler Ärzte äussern Kritik an den Fusionsplänen. Eymann sagt, weil das Baselbiet stärker als Basel-Stadt von der geplanten Spitalfusion profitiere, müsse die Landschaft dafür bei der Universität der Stadt entgegenkommen. Die universitäre Spitzenmedizin drohe nämlich unter die Räder zu kommen, weil die Baselbieter Politik bei der Uni sparen will: «Dies müssen wir mit der Landschaft neu verhandeln. Das Baselbiet darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen.»

Beide Verbände äussern also unterschiedliche Kritik. Auffällig ist, dass beide Verbände ähnliche Punkte kritisieren, wie Parteien aus ihren Kantonen. Das hinterlässt den Eindruck, dass es den Ärztegesellschaften neben der medizinischen Versorgung auch darum geht, die eigenen, kantonalen Interessen zu verteidigen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)