Alles neu in den Basler Schulen

In Basel-Stadt gehen heute über 1500 Kinder erstmals in die Schule. Gleichzeitig sorgt die Schulreform für eine entscheidende Veränderung: Die neue Sekundarschule ersetzt die Orientierungsschule. Zudem führt Basel-Stadt als erster Kanton den neuen Lehrplan 21 ein.

Schülerin und Schüler

Bildlegende: Die neuen Erstklässler treffen auf ein Schulsystem im Umbruch Keystone

Wenn die Basler Schulen am Montag ihre Türen wieder öffnen, ist vieles anders als vor einem Jahr. Das Schulsystem befindet sich nämlich im Umbruch: Einzelne Bestandteile des neuen Schulsystems kommen bereits in Gang, gleichzeitig bestehen weiterhin Teile des alten Systems.

Schulsystem

Bildlegende: Das alte und neue Basler Schulsystem im Vergleich Zahlenspiegel Bildung, Erziehungsdepartement BS

Im alten Schulsystem dauerte die Primarschule vier Jahre, es folgte die dreijährige Orientierungsschule und die zweijährige Weiterbildungsschule bzw. das fünfjährige Gymnasium. Neu besuchen die Schülerinnen und Schüler sechs Jahre lang die Primarschule und dann drei Jahre lang die Sekundarschule. Danach folgt direkt eine Berufslehre oder das neu vierjährige Gymnasium.

Diesen Sommer startet nun erstmals die Sekundarschule, nachdem ein erster Jahrgang von Schülern die sechsjährige Primarschule zu Ende absolviert hat. Die Orientierungsschule gibt es nicht mehr, während die Weiterbildungsschule noch für zwei Jahre weiterläuft, bevor sie endgültig durch die 2. und 3. Klasse der Sekundarschule ersetzt wird.

Basel-Stadt ist Vorreiter beim Lehrplan 21

Auch für die Lehrerschaft ändert sich im neuen Schuljahr Einiges. Basel-Stadt führt nämlich als erster Kanton den Lehrplan 21 ein. Laut dem neuen Lehrplan werden in der Sekundarschule einige Fächer als Kombinationsfächer unterrichtet. So gibt es neu das Fach RZG - kurz für Räume-Zeiten-Gesellschaft - anstelle der Einzelfächer Geschichte und Geographie.

Während der Lehrplan 21 in anderen Kantonen auf erbitterten Widerstand stösst, bleibt es in Basel-Stadt bisher ruhig. Die Basler Lehrerschaft habe eben verstanden, dass der Lehrplan nicht mehr als eine Richtlinie für den Unterricht sei, sagt Dieter Baur, der neue Leiter der Volksschulen beim Erziehungsdepartement: «Ein Lehrplan bedeutet ja nicht, dass man alles komplett auf den Kopf stellen muss. Wir haben es offenbar geschafft, deutlich zu machen, dass der Lehrplan 21 ein guter, gangbarer Weg ist.»

Die frühe Einführung des Lehrplans 21 ist auch durch die baselstädtische Schulreform bedingt. Da es für die neue Sekundarschule ohnehin noch keinen Lehrplan gab, sei es sinnvoll gewesen, sofort mit dem Lehrplan 21 zu beginnen, sagt Baur. So kommt es, dass Basel-Stadt beim neuen Lehrplan eine Vorreiterrolle einnimmt - auch in der restlichen Deutschschweiz verfolgt man die Basler Entwicklung mit Interesse.

(Regionaljournal Basel, 6.32 Uhr)