Allschwil verkauft Bürgerrecht zum Schnäppchenpreis

Die Bürgergemeinde Allschwil bietet Einbürgerungen zum Aktionspreis an, allerdings nur für Schweizerinnen und Schweizer. Sie hofft damit, mehr Einheimische dazu zu bringen, sich an ihrem Wohnort einbürgern zu lassen.

Riegelhäuser in Allschwil.

Bildlegende: Der Allschwiler Bürgergemeinde fehlen aktive Mitglieder. Paul Menz

Wie in vielen Bürgergemeinden lassen sich auch in Allschwil fast nur Ausländerinnen und Ausländer einbürgern. Diese wollen in erster Linie Schweizer werden. Voraussetzung dazu aber ist, dass sie sich an ihrem Wohnort einbürgern lassen. Die Bürgergemeinden aber sind auf aktiven Nachwuchs angewiesen.

Deshalb gibt es das Allschwiler Bürgerrecht nächstes Jahr für 18 Franken und 15 Rappen statt für 300 Franken, allerdings nur für Schweizerinnen und Schweizer, wie das Allschwiler Wochenblatt meldete. Der Preis ist symbolisch, denn im Jahr 1815 stiess Allschwil endgültig zur Eidgenosschenschaft. Philippe Hofmann, zuständig für Einbürgerungen in der Bürgergemeinde hofft, dass sich deswegen wieder mehr Schweizer einbürgern lassen.

Zur Zeit sei der Ausländeranteil bei den Einbürgerungen etwa bei 80 Prozent. «Es geht um das Verhältnis von Schweizer Bürgern zu Ausländer Bürgern, die sich einbürgern lassen wollen. Dieses ist stark zu Gunsten der Ausländer», sagt Hofmann.

In einem durchschnittlichen Jahr liessen sich nur noch zwei, drei Schweizerinnen und Schweizer einbürgern. Dabei wäre das Potential riesig: Allschwil hat mehr als 20'000 Einwohner und nur gerade gut zehn Prozent sind auch Bürger von Allschwil. «Es ist ein Zeichen, dass man gerne hier lebt, wenn man das Bürgerrecht annimmt. Es ist eine symbolische Hochzeit mit der Gemeinde», sagt Hofmann.

«  Eine Einbürgerung ist eine symbolische Hochzeit »

Philippe Hoffmann
Bürgergemeinde Allschwil

Auch Georges Thüring, Präsident des Verbandes der Baselbieter Bürgergemeinden, betont, dieser Schritt sei symbolisch. Dass der Kanton bei dieser Aktion nicht mitzieht und wie immer pro Familie zwischen zwei- und dreihundert Franken Gebühren verlange, sei gar nicht so schlecht. «Der Preis, das Geld, ist nicht immer alles. Die Gesinnung ist das, was zählt.» Wer sich als Schweizerin oder als Schweizer entscheide, sich einbürgern zu lassen, habe sich dies meist gut überlegt. «Man bürgert sich ja nicht einfach nur ein, sondern hilft denn auch mit die Gemeinschaft zu tragen. Das ist wichtig.» Die Bürgergemeinde habe viele Pflichten neben dem Wald brauche es auch für kulturelle Anlässe Bürger, die sich engagierten.

Den Weihnachtsbaum gibts gratis

Im Gegensatz zu Ausländern, die sich einbürgern lassen wollen, müssen Schweizer in Allschwil nicht zu einem Integrationsgespräch antreten.
Allerdings zieht der Kanton bei dieser Aktion nicht mit. Er verlangt wie immer Gebühren zwischen 200 und 300 Franken pro Familie. Privilegien gibt es für die Bürger keine: Zwar gibt es zum Beispiel den Bürgerjass im Dorf, doch mit jassen dürfen alle, die in Allschwil wohnen, ob Bürger oder nicht. Einzig der «Bürgerbaum» ist den Allschwiler Bürgern exklusiv vorbehalten: ein Weihnachtsbaum aus dem heimischen Wald.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)