Amokfahrer nicht zurechnungsfähig

Der damals 27jährige Mann, der bei seiner Amokfahrt auf der Mittleren Brücke eine Frau totgefahren hatte, ist nach Ansicht der Basler Staatsanwaltschaft nicht zurechnungsfähig. Nach Abschluss ihrer Untersuchungen stellt die Stawa darum beim Strafgericht den Antrag, eine Massnahme zu verhängen.

Blumenschmuck und Kerzen am Geländer der Mittleren Brücke am 15.3.2012

Bildlegende: Zeugnisse der Trauer nach der tödlichen Amokfahrt auf der Mittleren Brücke vom 13. März 2012. Keystone

Die Staatsanwaltschaft hat knapp ein Jahr nach der tödlichen Fahrt eines psychisch gestörten Mannes ihr Verfahren abgeschlossen. Sie stellt beim Strafgericht den Antrag, der heute 28-Jährige sei nicht zurechnungsfähig und deshalb zu einer Massnahme, vor allem wegen vorsätzlicher Tötung, zu verurteilen.

Der Täter war am 13. März 2012 gewaltsam aus einer geschlossenen Abteilung für Straftäter der Universitären Psychiatrischen Klinik Basel (UPK) entwichen und hatte auf der Strasse ein Auto geraubt. Auf der folgenden Fahrt durch die Innerstadt zur Mittleren Brücke richtete er ein Blutbad mit einer Toten und sieben Verletzten an.

Seit dem Tag der Tat sitzt der 28-jährige im Untersuchungsgefängnis Waaghof. Neben diversen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft auch ein psychiatrisches Gutachten erstellen lassen, wie sie heute mitteilt. Dieses kommt zum Schluss, der der Mann sei «nicht zurechnungsfähig».

Gericht klärt zuerst Schuldfähigkeit

Gemäss der neuen Strafprozessordnung erhebt die Staatsanwaltschaft in einem solchen Fall nicht Anklage, sondern beantragt beim Strafgericht eine Massnahme. Das Gericht beurteilt dabei zuerst die Schuldfähigkeit des Täters. Hält es diese entgegen dem Antrag für gegeben, kommt es zu einem normalen Strafprozess.

Folgt das Strafgericht dem Antrag auf eine Massnahme, kann es eine Freiheitsstrafe mit Therapie im Gefängnis verhängen oder den Mann in eine geschlossene Klinik-Abteilung einweisen. Die Todesfahrt des Täters hatte in der Region grosse Betroffenheit ausgelöst.