An der Fasnacht versinkt Liestal im Abfall

Sie gehören fest zur Fasnacht dazu: Waggis-Wagen, Räppli und Orangen. Sie sorgen aber auch für einen riesigen Abfallberg. In den letzten fünf Jahren ist dieser enorm gewachsen. Wie man im «Städtli» das Problem anpacken soll, ist umstritten.

bl Der Abfallberg hat bis 2014 stark zugenommen Liestal akutell

Sie mag zwar langweilig klingen, trotzdem verbirgt sie bemerkenswerte Zahlen: Die Abfall-Statistik von Liestal. Diese zeigt, dass der Abfall an der Fasnacht von 2010 bis 2014 um fast 50 Prozent zugenommen hat; von rund 65 zu fast 95 Tonnen Abfall. Das zeigen die neusten Zahlen.

Wandschränke und «Räppli»

Diese Zahlen machen der Liestaler Stadträtin, Regula Nebiker (SP) Sorgen. Sie ist im Stadtrat für den Abfall zuständig und kann nur vermuten, weshalb der Müllberg so gewachsen ist: «Wir haben den Eindruck, es hat etwas mit den Fasnachtspartys und den Partywagen zu tun.» Dazu komme, dass an der Fasnacht ganz allgemein mehr Material verteilt werde.

Viele Fasnächtlerinnen und Fasnächtler sehen das Problem aber nicht bei sich. Sie vermuten einen ganz anderen Grund, wie Ruedi Schafroth, Präsident des Fasnachtskomitees Liestal sagt: «In den Fasnachtsmulden haben wir sehr viel Fremdabfall gefunden, wie zum Beispiel Wandschränke, Polstergruppen und Skiausrüstungen.» Es seien Private aber auch Restaurants, welche die Gelegenheit nutzen würden, um ihren Abfall zu entsorgen.

Spitze erreicht

Dem hält Regula Nebiker entgegen. Es gäbe zwar vereinzelt ein paar schwarze Schafe, aber damit könne man niemals die Zunahme von 30 Tonnen Abfall erklären. Immerhin gibt es trotzdem eine gute Nachricht: Es scheint, dass die Liestaler Fasnacht die Spitze des Abfallberges erreicht hat. Dieses Jahr gab es mit 78 Tonnen nämlich seit Jahren das erste mal wieder weniger Abfall an der Liestaler Fasnacht.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)