Anonymer Spender gibt 30 Millionen für Ozeanium des Zoo Basel

Einmal mehr gelingt es dem Basler Zolli, eine grosse Spende an Land zu ziehen. Das geplante Ozeanium an der Basler Heuwaage ist damit einen wichtigen Schritt weiter.

Visualisierung eines Aquariums

Bildlegende: Im Ozeanium entsteht das grösste Aquarium der Schweiz. zVg

Eine anonyme Person spende 30 Millionen Franken für das geplante Ozeanium des Zoo Basel. Das teilt der Zoo an einer eigens einberufenen Pressekonferenz mit. Der Spender sei «absolut seriös» und das Geld vertraglich zugesichert, wurde von den Zoo-Verantwortlichen betont. Ob es sich um eine juristische oder um eine private Person handelt, sagt der Zolli nicht.

Ein grosses dunkles Gebäude an der Heuwaage

Bildlegende: Für das geplante Ozeanium erhält der Zoo Basel einen namhaften Zustupf eines anonymen Spenders. Keystone

Im Ozeanium an der Heuwaage soll es insgesamt 30 sogenannte Themen-Aquarien geben. Nun sind 40 der benötigten 100 Millionen gesichert. Dass es dem Zolli immer wieder gelingt, derart grosse Summen zu akquirieren, erstaunt gar den Zollidirektor selbst. «Es ist ein Phänomen. Ich glaube, dass sich in Basel sehr viele Leute mit dem Zolli identifizieren und und auch ideell unterstützen.»

Auch andere Schweizer Zoos erhalten viele Spenden. In Basel ist die Situation aber doch aussergewöhnlich. Alex Rübel, Direktor des Zürcher Zoos beschreibt, dass sein Zoo noch nie eine Spende von 30 Millionen erhalten habe. «In Basel darf man quasi nicht sterben, bevor man dem Zolli etwas gespendet hat. In Zürich ist das nicht so.»

«  In Basel darf man quasi nicht sterben, bevor man dem Zolli etwas gespendet hat. »

Alex Rübel
Direktor Zoo Zürich

Dass der Basler Zolli so viele Spenden erhält, hat mit der philanthropischen Tradition von Basel zu tun. So sagt der Soziologe Ueli Mäder, der viel über Reichtum forscht: «Die `Daig`-Familien rechnen nicht pragmatisch in dem Sinne, dass sie nur dort investieren, wo sie etwas zurück erhalten». Basel habe schweizweit die höchste Dichte an Stiftungen, «und das ist sicher zu einem grossen Teil auch durch die Bereitschaft motiviert, der Bevölkerung etwas zukommen zu lassen.»

Aber ob die 30 Millionen für das Ozeanium aus dem sogenannten Basler Daig kommen, das weiss auch Ueli Mäder nicht. Dass die Spende anonym gemacht wurde, sage darüber nichts aus. Auch die besseren Kreise in Basel würden gerne anonym bleiben. «Beim Schauspielhaus wurde zum Beispiel zunächst auch anonym gespendet. Ich höre oft von Mäzenen, dass eine öffentliche Spende viele weitere Anfragen mit sich bringt und man sich deshalb nicht immer exponieren will» fügt Ueli Mäder noch an.

(Regionaljournal, 17.30 Uhr)