Architekt will feste Bauten statt Wohncontainer für Flüchtlinge

Der Basler Architekt will feste Bauten anstatt Wohncontainer für Flüchtlinge. Mit bleibenden Bauten könnte man nach dem Auszug der Flüchtlinge auch gleich dem Wohnungsmangel in der Region begegnen.

Kran, der gerade einen weissen Wohncontainer durch die Luft trägt.

Bildlegende: In Basel diskutiert der Grosse Rat, ob er Flüchtlinge in Wohncontainern, die diesem Gefängniscontainer ähneln, unterb... SRF

Portrait von Manuel Herz. Man sieht ihn von der Seite, er lächelt.

Bildlegende: Manuel Herz will, dass Unterkünfte für Flüchtlinge später zu günstigem Wohnraum für alle werden kann. Manuel Herz Architekten

Der Basler Architekt Manuel Herz ist nicht begeistert von der Idee, Wohncontainer für Flüchtlinge aufzustellen, wie dies am Mittwoch im Grossen Rat besprochen wird. Dort sind die Wohncontainer im Vorfeld der Debatte unbestritten.

Herz sagt, Wohncontainer seien zwar besser als die unterirdische Unterbringung in Zivilschutzanlagen, aber dennoch nicht besonders weitsichtig. Container hätten einen «temporären Charakter», sagt er. Dabei wisse man aus Erfahrung, dass vieles, was als Übergangslösung angepriesen werde, sehr viel länger als ursprünglich angesagt bestehen bleibe. Der Bevölkerung werde mit Wohncontainern wohl etwas «vorgegaukelt, was sich im Endeffekt nicht als temporär herausstellt», sagt Herz. Zudem stecke man viel Geld in ein Wohngebäude, das auf Dauer keine gute Wohnqualität biete.

Bauten für Flüchtlinge könnten Wohnungsmangel beheben helfen

Die Flüchtlingsthematik decke Schwachstellen auf, die es bereits gebe, ganz unabhängig von den Neuankömmlingen: ein Mangel an günstigem Wohnraum. Den Zustrom der Flüchtlinge könne man gleich nutzen, diesen Mangel zu beheben, sagt Herz. Man könne sich fragen, wo man günstigen Wohnraum schaffen will, Wohnraum, den nach dem Auszug der Flüchtlinge die Bevölkerung nutzen könne. So könnten im Zuge der Flüchtlingsströme in die Region neue Quartiere entstehen, im besten Fall gemischte Quartiere, wo verschiedene Bevölkerungsgruppen leben. So könne eine «gelebte Normalität» entstehen, sagt Herz.

Die Schaffung von günstigem Wohnraum sei für Basel sehr wichtig, unabhängig davon, ob Flüchtlinge, Geringverdiener, ältere Menschen oder Studierende in diesen Wohnungen lebten.

(Regionaljournal Basel, 8.12.2015)