Auch Basel hat noch offene Fragen zu Sondermüllanlage Grenzach

Die geplante Sondermüllanlage im Grenzach-Wyhlen sorgt im deutschen Grenzort für grossen Widerstand. Aber auch in Basel wartet man immer noch auf Antworten zu Fragen im Zusammenhang mit Abwasser-Einleitung in den Rhein.

Eine Wasserstelle in den langen Erlen lässt im Winter Wasser in den Boden versickern

Bildlegende: In den Langen Erlen wird das Rheinwasser in den Boden versickert zur Trinkwassergewinnung Monika Müller

Problematisch aus Basler Sicht ist die geplante Anlage wegen einer möglichen Kontaminierung des Grundwassers. Nur gut zwei Kilometer unterhalb der Abwasser-Einleitung aus Grenzach leiten die Basler IWB Wasser aus dem Rhein in die Langen Erlen. Damit wird das Grundwasser angereichert.

« Stoffzusammensetzung ist für uns Match entscheidend »

Das Basler Amt für Umwelt und Energie AUE möchte deshalb von der Anlage-Betreuerin und von den deutschen Behörden genau wissen, welche Stoffe dort angeliefert und entsorgt werden sollen. «Wegen der Grundwasser-Anreicherung aus dem Rhein ist das für uns Match entscheidend», sagt AUE-Leiter Jürg Hofer. Genaue Angaben dazu würden in den Unterlagen der Betreiberfirma fehlen.

Ebenfalls bemängelt wird, dass die Betreiber einen möglichen Störfall mit Abwässern gar nicht vorgesehen hätten. «Wenn die IWB bei einem Störfall informiert werden, können sie schnell reagieren und den Zufluss stoppen», sagt Jürg Hofer. «Aber eben nur, wenn sie informiert werden.» Und genau daran hätten die Betreiber nicht gedacht.

Forderungen in Freiburg deponiert

Das AUE habe im Regierungspräsidium Freiburg die Forderung deponiert, dass eine Bewilligung nur erteilt werde, wenn die Firma ein Havarie-Konzept vorlege. Jürg Hofer ist zuversichtlich, dass das Basler Anliegen vom Regierungspräsidium in Freiburg berücksichtigt wird. Denn auch wenn formell die Schweizer Seite rechtlich nicht den gleichen Status habe wie eine deutsche Behörde, habe sie mindestens dasselbe Gewicht, ist Hofer überzeugt.