Autofreie Innenstadt: Unterschiedliche Reaktionen

Knapp vier Monate nach der Einführung des neuen Verkehrskonzepts zeigt ein Rundgang durch die Stadt, dass viele Passantinnen und Passanten zufrieden sind mit der neuen Situation. Aber das Gewerbe beklagt Umsatzeinbussen von bis zu 20 Prozent.

Autos in Schlange parkiert auf Basler Märtplatz

Bildlegende: Autofreie Innenstadt? Die Realität sieht auf dem Basler Marktplatz anders aus. SRF/Rahel Walser

«Es ist viel ruhiger.»
«Je weniger Autos, desto besser.»
«Die Lebensqualität ist höher, es stinkt nicht mehr.»
«Man kann sich besser und freier bewegen.»

Viele Fussgängerinnen und Fussgänger finden, dass die Innenstadt vom neuen Verkehrskonzept profitiere. Doch obwohl sie sich spontan positiv äussern, kommen viele dann doch ins Grübeln. Ob es für das Gewerbe nicht schwierig sei, ob es wirklich nötig sei, so streng zu sein und ob die Innenstadt nicht zu leer werde.

Viele sagen, dass es in Basel schon mehr leben dürfte. «Um zehn Uhr werden die Trottoir zugeklappt», ärgert sich ein Mann. Und eine junge Frau erzählt: «Ich höre in meinem Umfeld, dass es einfach sehr schwierig sei, etwas aufzugleisen, weil man so viele Bewilligungen braucht.»

«  Die autofreie Innenstadt ist ein Witz. Schauen Sie sich doch um. Es hat mehr Autos denn je. »

Blumenverkäuferin Marktplatz

Und das Gewerbe? Die Verkäuferin in einem kleinen Lädeli direkt am Marktplatz ist zufrieden. «Wir haben nicht weniger Kunden und ich finde es gut, dass die Innenstadt nun autofrei ist. So sieht man das schöne Basel besser.» Mit dieser Meinung ist sie aber in der Minderheit. So sagen zwei Marktleute auf dem Marktplatz, dass es seit dem neuen Verkehrskonzept sogar mehr Autos in der Innenstadt habe. «Es ist eine Katastrophe. Und die Polizei tut nichts.»

20 Prozent weniger Umsatz

Und viele Läden beklagen, dass der Umsatz eingebrochen sei. «Wir haben 20 Prozent weniger Umsatz», beschreibt die Verkäuferin eines Babykleider-Ladens. Und die Filialleiterin des Sutter-Beggs in der Eisengasse sagt, dass man deutlich spüre, dass die Kunden nicht mehr vor dem Laden anhalten.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)