Baschi Dürr verteidigt umstrittenen Polizeieinsatz gegen «Demo»

Am Freitag Abend löste ein Grossaufgebot der Basler Polizei eine Kunstaktion von knapp 30 Personen auf dem Messeplatz auf. Die Polizei hatte eine Demo vermutet. Der Einsatz hatte massive Kritik ausgelöst. Sicherheitsdirektor Baschi Dürr weist diese im Interview nun zurück.

Portraitbild von Baschi Dürr anlässlich seines Amtsantritts im Februar 2013.

Bildlegende: Baschi Dürr findet den Einsatz der Polizei gegen knapp 30 vermutete Demonstrantinnen und Demonstranten angemessen. Juri Weiss

Der Basler Sicherheitsdirektor nimmt Stellung zur Kritik am massiven Polizeieinsatz vom Freitag. Im Interview mit dem Regionaljournal Basel nimmt er vor allem Bezug auf den Polizeieinsatz 2013 während der ART gegen eine unbewilligte Demonstration auf dem Messeplatz. Jener Einsatz wurde ebenfalls als zu hart kritisiert.

Baschi Dürr verweist im Interview darauf, dass letztes Jahr gegen Polizisten Gewalt angewendet worden war. Darum habe man im Vorfeld dieser ART entschieden, jede Kundgebung auf dem Messeplatz zu unterbinden.

Als nun rund 30 Kunststudentinnen und Kunststudenten auf dem Messeplatz eine Performance aufführen wollten, löste die Polizei die Aktion darum sehr früh auf, erstickte quasi den Versuch im Keim. Ob eine Polizei-Aktion in diesem Ausmass nicht auch kontraproduktiv sei, indem sie Folgeaktionen provoziere, verneinte Baschi Dürr. Die Sicherheitsdirektion beweise mit anderen Reaktionen, dass sie eine liberale Praxis verfolge, etwa kürzlich bei der unbewilligten Demonstration für den Wagenplatz.

Insgesamt erachtet Baschi Dürr die umfangreiche Polizeiaktion wieder im Rückblick auf die Ereignisse während der ART 2013 als angemessen, auch wenn sogar unbeteiligte Messebesucher vorübergehend mitgenommen worden waren, weil sie einen Kartonteller in Händen hielten, den sie von den Kunst-AktionistInnen entgegen genommen hatten. Dass auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft gezogen wurden, bedauert allerdings der Sicherheitsdirektor. Sein Rücktritt - so wie er von der Juso gefordert wird - sei kein Thema.

(racc; Regionaljournal Basel, 17:30)