Basel hat im Moment zu viele Pflegeheimplätze

In Basel-Stadt gibt es im Moment etwas mehr als 3000 Plätze in Pflegeheimen. Das sind mehr als nachgefragt werden. Für den Stadtkanton ist das Überangebot an diesen Plätzen eher ein neues Phänomen, möglicherweise aber auch nur ein vorübergehendes.

Ältere Menschen sitzen in einem Heim an einem Tisch

Bildlegende: Basel hat zurzeit mehr Pflegeheim-Plätze als nachgefragt sind. Keystone

Basel-Stadt kämpft zurzeit mit einem Überangebot an Plätzen in Pflegeheimen. Gründe dafür gibt es gleich mehrere. Ein Hauptgrund dürfte die Tatsache sein, dass im 2014 gleich mehrere Heime in der Stadt ihre Tore geöffnet haben und so ein grosses Angebot besteht.

Zum Beispiel das Senevita auf dem Erlenmatt-Areal, dort ist erst ca. ein Drittel der knapp 60 Plätze besetzt. Die Heimleiterin Anita Roellinger ist aber zuversichtlich, dass sich das bald ändern wird: «Wir stossen mit unserem Angebot auf grosses Interesse.»

Einen weiteren Grund sieht der Leiter des grössten Basler Heimes, des Adullam, Martin Birrer, darin, dass es in den Heimen noch zuviele Doppelzimmer gibt, die kaum noch gefragt sind: «Es gibt ja nur wenige Ehepaare, die gleichzeitig in ein Heim eintreten wollen.» Hier müssten die Heime bauliche Veränderungen vornehmen, das gehe aber ins Geld.

Eine «Flurbereinigung»?

Im Gesundheitsdepartement verfolgt man diese Entwicklung aufmerksam und spricht von einer gewissen möglichen «Flurbereinigung». So sagt der Leiter Gesundheitsversorgung Peter Indra: «Wir rechnen damit, dass gewisse Heime in den nächsten Jahren vielleicht sogar schliessen.» Dann nämlich, wenn diese es nicht schafften, so neuzubauen oder zu renovieren, dass den modernsten Ansprüchen gedient sei.

Schon mittelfristig rechnet Peter Indra aber damit, dass die Nachfrage nach Pflegeheim-Betten wieder steigen werden, dies vor allem, weil auch das durchschnittliche Alter der Menschen weiter ansteige - auch in Basel.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)