Basel sieht Probleme bei Massnahme gegen künftigen Pfarrermangel

Als Quereinsteiger in ein paar Jahren Pfarrerin oder Pfarrer werden, diese Idee der evangelisch-reformierten Landeskirche der Schweiz erweist sich in der Umsetzung schwieriger als geplant. Dies hat nun der Basler Vertreter des Gremiums, Lukas Kundert, bekannt gemacht.

Neun alte Bücher stehen neben einander, es sind alles Bibeln.

Bildlegende: Bibel Keystone

In einigen Jahren wird vermutlich auch die Schweiz über zu wenige Theologinnen und Theologen verfügen, denn das Studium lockt auch an Schweizer Universitäten immer weniger Studierende an. Hier nun wollte die Evangelisch-reformierte Kirche Gegensteuer geben: sie überlegte sich einen Lehrgang für Quereinsteiger als Lösung und gab dafür ein Konzept in Auftrag. Vor allem die Theologischen Fakultäten Basel und Zürich waren dabei federführend, alle 16 Schweizer Kantonalkirchen unterstützten das Vorhaben.

Ausbildung würde viel zu lange dauern

Das Konzept liegt nun vor, zeigt aber auch: ein berufsbegleitender Studiengang für Quereinsteiger mit einem universitären Master-Abschluss würde viel zu lange dauern, nämlich volle acht Jahre. Der Basler Kirchenratspräsident Lukas Kundert sagt dazu: «Das macht so eine Ausbildung für Menschen, die später einsteigen, natürlich völlig unattraktiv.»

Deshalb müsse man nun nochmals über die Bücher und den ganzen Studiengang überarbeiten. Das werde aber sicher mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen, denn «einen Plan B haben wir leider nicht in der Schublade», sagt Lukas Kundert.

Das habe aber leider auch die Konsequenz, dass etwa 20 bis 30 Theologinnen und Theologen fehlen würden, die sich für einen solchen Ausbildungsgang interessiert hätten. Sie müssen vorläufig den klassischen Weg gehen, um Pfarrer oder Pfarrerin zu werden.