Basel stellt Weichen für Tramausbau

Die Basler Regierung plant den weiteren Ausbau des Tramstreckennetzes. Zuoberst auf der Prioritätenliste steht die neue Tramlinie für das Wettsteinquartier, der mit Blick auf die Ausbaupläne des Pharmakonzerns Roche besonders grosse Bedeutung beigemessen wird.

Trams

Bildlegende: Basel-Stadt plant die Zukunft des Tramnetzes. Keystone

Plan über den Ausbau des Tramnetzes, Stand 2012

Bildlegende: Plan über den Ausbau des Tramnetzes, Stand 2012 zvg

Die 1,9 km lange Tramstrecke Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse will der Kanton Basel-Stadt zusammen mit einem bis zwei weiteren Tramprojekten beim Bund für das Agglomerationsprogramm der dritten Generation anmelden, wie Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels vor den Medien sagte. Die Frist dafür läuft bis Ende 2016.

Bei den beiden weiteren neuen Tramstrecken handelt es sich um die 600 m lange Verbindung durch den Claragraben sowie um das 1,6 km lange Projekt Klybeck-Kleinhüningen. Für diese drei Tramstrecken werden nun Vorstudien erstellt. Für mindestens zwei dieser Vorhaben will die Regierung darauf Anfang 2016 Vorprojekte ausarbeiten lassen, die bis Ende kommenden Jahres beim Bund eingereicht werden müssen.

Der Bund steuert mit Mitteln aus dem Agglomerationsfonds bis zur Hälfte an die Kosten solcher Projekte bei. Realistischerweise kann laut Wessels mit einer Subvention von 30 Prozent gerechnet werden. Die Realisierung ist für den Zeitraum von 2019 bis 2022 geplant.

Das «Roche-Tram»

Die Strecke Grenzacherstrasse-Schwarzwaldstrasse mit Anbindung der Bahnhöfe SBB, Badischer Bahnhof und St. Johann weist laut Regierung von allen Projekten den höchsten Gesamtnutzen aus. Sie führt zu kürzeren Reisezeiten und mehr Direktverbindungen, von denen nicht nur die Angestellten von Roche profitieren können, sondern auch die Bewohner und Bewohnerinnen des Wettsteinquartiers.

Für Tramlinie 30 keine neue Brücke nötig

Hohe Priorität hat für die Regierung auch die neue Tramlinie über die Johanniterbrücke. Ablösen soll sie dereinst die immer stärker frequentierte Buslinie 30 vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof.

Abklärungen haben nun ergeben, dass es für diese Tramlinie keinen neuen Übergang über den Rhein braucht. Es reiche, die bestehende Johanniterbrücke zu verstärken, was natürlich wesentlich günstiger sei, hiess es an der Medienkonferenz.

Als Nächstes soll nun die Linienführung geklärt werden. Es geht insbesondere darum, ob die Trams der Linie 30 dereinst durch den Petersgraben oder durch die Schanzenstrasse fahren sollen.

350 Millionen für Tramnetz

Für die Umsetzung des Tramnetzplans hatte der Basler Grosse Rat 2012 eine Rahmenausgabenbewilligung von 350 Millionen Franken gesprochen. Davon sind bereits 34 Millionen Franken verbraucht: 25,4 Millionen für die Verlängerung der Tramlinie 3 nach Saint-Louis (F) sowie 8,6 Millionen für den Margarethenstich.