Basel sucht Rezept gegen hohe Krankenkassen-Prämien

So hoch wie in Basel sind die Krankenkassenprämien in keinem anderen Kanton. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, setzt der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger voll auf die Karte Zusammenarbeit mit dem Kanton Baselland. Eine riskante Strategie.

Pressekonferenz mit Lukas Engelberger

Bildlegende: Nach zwei Jahren im Amt, zog der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger heute eine Zwischenbilanz. SRF, Matieu Klee

Etwas mehr als 16'000 Franken: So hoch ist die so genannte Durchschnittsprämie für die Krankenkasse pro Jahr im Kanton Basel-Stadt für eine vierköpfige Familie. Dank Sparmodellen und hohen Franchisen lässt sich dieser Betrag zwar noch etwas drücken, die Belastung bleibt aber hoch für all jene Familien, die keine Prämienverbilligungen bekommen.

Selbst der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger findet diese Belastung zu hoch: «Vor allem mittelständische Familie bekommen da Schwierigkeiten. Für diese sind die Prämien ein grosser Kostenblock.» Deshalb arbeite seine Direktion auch daran, die Kosten in den Griff zu bekommen, welche die Prämien in die Höhe treiben.

Dies versuchen auch andere Kantone. Im Gegensatz zu Basel-Stadt greifen sie aber auch direkt in den Markt ein. Im Kanton Waadt zum Beispiel deckelt der linke Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard die Budgets der Spitäler und macht Medizinern, die von der Grundversicherung bezahlt werden, Budget-Vorschriften. Für den Basler Gesundheitsdirektor kein gangbarer Weg, weil so Marktanteile zwischen den Spitälern verteilt würden. Dazu müsste man genau wissen, welche Spitäler die Bevölkerung aufsuchen werde.

Auch Spitalkosten in Basel und im Kanton Baselland am höchsten

Im Kanton Zürich setzt man auf ein bürgerliches Rezept. Dort haben sich unter enger Begleitung der Gesundheitsdirektion die Spitäler mit den Krankenkassen auf einen tiefen Basistarif (die so genannte «Baserate») geeinigt. Dieser Tarif ist deutlich tiefer als für die meisten Spitäler in der Region Basel. Damit spart nicht nur der Kanton Zürich bis zu 50 Millionen Franken pro Jahr, der Wettbewerb zwischen den Spitälern wird auch härter. Diese müssen effizienter und günstiger werden, was letztlich auch die Krankenkassen-Prämie entlastet.

Erst jetzt, vier Jahre nach der Umstellung auf Fallpauschalen, sei es möglich, Spitäler miteinander zu vergleichen, um auch in der Region Basel tiefere Spitaltarife zu prüfen, erklärt Lukas Engelberger. Wie stark er den Krankenkassen Hand bieten würde, diese Tarife zum Beispiel auf Zürcher-Niveau zu senken, lässt er aber offen. Heute hält Basel nicht nur den Rekord in Sachen Prämien, auch die Spitalkosten sind in keinem anderen Kanton so hoch wie in den beiden Basel.

Zusammenarbeit soll Prämienanstieg bremsen

Um die Kosten in den Griff zu bekommen, setzt Lukas Engelberger auf eine ganz andere Karte. Er hofft, dank der Zusammenlegung des Kantonsspitals Baselland und des Unispitals Kosten sparen zu können. Dies funktioniert allerdings nur, wenn tatsächlich Kapazitäten und Leistungen abgebaut werden, wie er selbst an einer Medienorientierung einräumt. Wie diese vor einem Jahr angekündigte Zusammenarbeit konkret aussehen soll, wollen die Gesundheitsdirektoren der beiden Basel aber erst vor den Herbstferien bekannt geben.

Schon jetzt aber ist klar: Die Durchschnittsprämie von 16'000 Franken für eine vierköpfige Familie in Basel wird sowieso kaum sinken. Im besten Fall wird die Prämie einfach weniger rasch weiter ansteigen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)