Baselbieter Ärzteverbände unterstützen Bruderholzinitiative nicht

Die Ärztegesellschaft Baselland, sowie der Verband der Assistenz- und Oberärzte wollen aktiv am Projekt Spitalfusion mitarbeiten. Sie distanzieren sich von den Kreisen, die mit einer Initiative das Bruderholzspital retten wollen. Denn die Initiative drohe einen guten Fusionsprozess zu bremsen.

Patient in Spitalzimmer wird betreut.

Bildlegende: Ehrgeizige Operation: Universitäts-Spital Basel und Kantonsspital Baselland sollen zusammengelegt werden. Keystone

Auch wenn bei den Fusionsplänen noch vieles unklar ist, steht eines fest: das Bruderholzspital soll durch ein Ambulatorium ersetzt werden. Ein Plan, den Steffen Herbert, Präsident des Komitees zur Initiative «Ja zum Bruderholzspital» nicht nachvollziehen kann: «Das Bruderholzspital funktioniert, das kann man weiterbetreiben. Wir sehen nicht ein, wieso man das Spital abreisen möchte.»

Das Komitee kann prominente Mitglieder vorweisen. Viele Ärztinnen und Ärzte unterstützen das Anliegen, darunter auch der ehemalige Chefarzt des Bruderholzspitals Hans Kummer. Trotz der Unterstützung vieler Ärzte, gehen Fachverbände auf Distanz; so auch der Ärzteverband Baselland. Tobias Eichenberger, Präsident des Verbands, sagt: «Wir sind neutral und wollen die Initiative nicht aktiv unterstützen.» Ähnlich klingt es auch beim Verband der Assistenz- und Oberärzte der Region Basel (VSAO). Deren Geschäftsleiterin Claudia von Wartburg sagt: «Wir unterstützen die Initiative nicht, weil wir grundsätzlich positiv zu einer Spitalfusion stehen, auch wenn der Weg dorthin noch nicht optimal ist.»

«  Durch eine gute Konstruktion der neuen Spitalgruppe muss die Initiative überflüssig werden. »

Tobias Eichenberger
Präsident Ärzteverband Baselland

Der Ärzteverband Baselland wolle aktiv am Fusionsprojekt mitarbeiten und dem Veränderungsprozess eine Chance geben, sagt Eichenberger: «Durch eine gute Konstruktion der neuen Spitalgruppe muss die Initiative überflüssig werden. Es ist das erklärte Ziel, dass die Bruderholzinitiative zurückgezogen wird.» Eine Spitallösung sei dann gut, wenn die Bedürfnisse der Bevölkerung abgedeckt sind, fügt Eichenberger an. Die Initiative drohe aber den Fusionsprozess zu bremsen, weil sie eine unflexible Forderung stelle.

Diskussion möglich

Dagegen wehrt sich Steffen Herbert, Präsident Initiativ-Komitees: «Wenn mit der Spitalfusion eine gute und adäquate Versorgung für das Unterbaselbiet gewährleistet wird, könnten wir die Initiative zurückziehen.» Steffen geht sogar so weit, dass dieses Spital nicht unbedingt auf dem Bruderholz stehen müsste. Solange die Gesundheitsversorgung gewährleistet ist, kann der Standort auch Aesch oder Reinach sein.

Es gibt folglich Initianten, die den Standort Bruderholz retten möchten. Kommt aber eine bessere Lösung auf den Tisch, scheinen Diskussionen möglich.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)