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Baselbieter Alterspolitik Kleine Alters- und Pflegeheime vor ungewisser Zukunft

Mit dem neuen Gesetz, das der Landrat am Donnerstag verabschiedet hatte, müssen sich die Heime neu um Gelder bemühen.

ältere Frau mit Pflegefachfrau auf Bettkante
Legende: Die Zahl der Betagten nimmt auch im Baselbiet in den nächsten Jahren spürbar zu. Heimplätze sind gefragt. Keystone

Mit knapp 60 Plätzen gehört das Alters- und Pflegeheim der Nägelin-Stiftung in Pratteln zu den kleinsten im Kanton. Dass der Kanton mit dem neuen Altersbetreuungs- und Pflegegesetz weniger Geld geben will für Neu- und Ausbauten der Altersheime, macht Leiter Fabian Nef weniger Kummer.

Mehr Sorgen bereiten Nef jedoch die neuen Versorgungsregionen. «Wenn die Versorgungsregionen grösser werden, könnte es eng werden für die kleinen Altersheime.» Nef fürchtet sich vor Konkurrenz durch die grossen Alters- und Pflegheime.

Möglich wäre, dass sich die Nägelin-Stiftung in Zukunft auf eine Nische spezialisiert oder das Angebot für ambulante Betreuung ausbaut, so wie es mit dem neuen Gesetz gewünscht wird. Zwei Millionen Franken stehen für solche Modelle zur Verfügung, hat der Landrat am Donnerstag entschieden.

Dies sei zu wenig, kritisiert Sandro Zamengo, Präsident von Curaviva, dem Verband der 33 Baselbieter Alters- und Pflegeheime. «Dieser Betrag ist ein Tropfen auf den heissen Stein.» Zamengo rechnet mit rund 1'000 fehlenden Betten bis in 10 Jahren.

Die älteren Menschen und ihre Bedürfnisse gingen vergessen.
Autor: Sandro ZamengoPräsident Curaviva Baselland

Der Präsident des Verbands bedauert, dass die Pflegeheime nicht früher in den poltischen Prozess eingebunden wurden. «Das Gesetz ist entstanden aus einem Gerangel um Geld und Kompetenzen zwischen Kanton und Gemeinden. Die älteren Menschen und ihre Bedürfnisse gingen leider vergessen.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Eigentlich ist das nicht zum rechnen, wir sind auf jede Alterseinrichtung angewiesen. Eventuell ist Umdenken angebracht.Eine einfachere neue menschliche Form, von zusammenleben in einem familiärenähnlichen Rahmen, menschlich und nicht nur professionell geführte Einrichtung. Was treibt den die kosten hoch, die Auflagen der Administration und ewigen Anpassung, für jede Bewegung am Ältesten, in den Heimen! So nicht mit den Ältesten bedürftigen Mitmenschen, sie sind jetzt schon schweigende Lämmer.
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