Baselbieter Bauern haben Angst vor einem «Totalausfall»

Knospen von Kirschen und junge Triebe von Reben und Zwetschgen könnten grossen Schaden nehmen wegen des kalten Wetters. Angesagt sind Temperaturen im Minusbereich, vor allem im ländlichen Oberbaselbiet.

Vom FRost angegriffene Kirschenblüten. Im Hintergrund hat es Schnee.

Bildlegende: Frost und Schnee bedrohen die Baselbieter Kirsche massiv. Keystone

Minus 5 Grad - so kalt soll es Prognosen zufolge in den kommenden Nächten und Morgenstunden im Oberbaselbiet werden. Eine Kälte, die den derzeit blühenden Kirschbäumen, aber auch anderem Obst stark zusetzen kann.

Trete dieses Szenario tatsächlich ein, dann gebe es «beträchtlichen Schaden oder gar einen Totalausfall», befürchtet Andreas Buser, der beim landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain für Spezialkulturen zuständig ist. Kirschen und Zwetschgen seien derzeit nämlich in einem besonders anfälligen Stadium. Die Angst vor einem Totalausfall bezieht sich denn auch vor allem auf diese Kulturen. Anfällig auf Frost sind nämlich vor allem Pflanzen, die in der Blüte stehen (Kirschen) oder solche, die kurz danach sind. «Zwetschgen und Reben haben zur Zeit junge Triebe», sagt Buser. «Das sind kleine Knospen von etwa zwei bis vier Zentimeter Länge. Diese würden erfrieren.»

Heikel werde es, wenn es weniger als ein oder zwei Grad warm sei oder bei den angesagten Minustemperaturen. Allerdings spiele eine Rolle, ob die Pflanzen nass seien, ob es windet und ob es bewölkt sei. «Wenn es nicht bewölkt, aber trotzdem noch nass ist und es zusätzlich windet, dann können gerade mehrere Arten von Frost den Pflanzen zu schaffen machen», sagt Buser.

Mit Maschinen und Wasser gegen den Frost

Viel dagegen tun könnten die Bauern nicht, sagt Buser. Es gebe zwar Maschinen, die die Luft umwirbeln. «Diese Geräte blasen stark. Die ausgeblasene Luft kann man zusätzlich erwärmen. Meines Wissens gibt es aber im ganzen Kanton nur zwei dieser Geräte.» Auch Paraffinkerzen seien eine Möglichkeit, die allerdings ebenfalls nur sehr begrenzt wirke. Und dann gebe es noch den Trick mit Wasser: Solange Wasser auf den Blüten gefriere, sinke die Temperatur nicht unter 0 oder minus 1 Grad. «Diese Temperatur schadet den Blüten nicht. Das Wasser muss aber unbedingt gefrieren und das bedeutet, dass die Bauern 30'000 Liter pro Hektar benutzen müssen, während einigen Stunden», so Buser. Das müssten die Bauern nachts machen und nicht alle hätten die nötige Ausrüstung dazu, sagt Buser.