Baselbieter Gemeinden bringen Flüchtlinge gemeinsam unter

Das Asylempfangszentrum in Basel ist voll besetzt und Arlesheim öffnet deshalb eine Zivilschutzanlage für Flüchtlinge. Doch dort bleiben diese nicht lange; sie werden auf Gemeinden verteilt. Die Gemeinden beherbergen aber schon jetzt doppelt so viele Asylsuchende wie normalerweise.

Männer in Unterkunft

Bildlegende: Eng und stickig - ein Zivilschutzbunker ist als Asylunterkunft nur bedingt geeignet. Keystone

Das Asylempfangszentrum in Basel ist voll besetzt und deshalb öffnet die Gemeinde Arlesheim eine Zivilschutzanlage für Flüchtlinge. Dort bleiben diese aber nicht lange. Die meisten werden bald in verschiedene Gemeinden verteilt.

Noch bevor sie verteilt sind, sagt der Baselbieter Asylkoordinator Rolf Rossi, dass sein Kanton schon jetzt doppelt so viele Flüchtlinge beherberge wie in den vergangenen Jahren. «Derzeit kommen monatlich etwa 100 Personen, die wir neu unterbringen müssen. Vorher war es jeweils etwa knapp die Hälfte.»

Er habe deshalb vor wenigen Tagen alle Gemeinden angeschrieben und sie gebeten, Wohnungen für Flüchtlinge zu suchen, sagt Rossi. Die Gemeinden würden sich in der Regel kooperativ zeigen. In den vergangenen Jahren habe er jedenfalls keine Gemeinde zwingen müssen, Plätze für Flüchtlinge bereit zu stellen.

Zusammenarbeit zwischen Seltisberg und Sissach

Bei der Suche nach geeigneten Plätzen für Asylsuchende geben sich die Gemeinden innovativ. So schliesst sich beispielsweise Seltisberg mit Sissach zusammen. «Sissach muss wahrscheinlich eine Zivilschutzanlage öffnen und wir können die Flüchtlinge, die uns zugeteilt werden, dort unter bringen», sagt der Vize-Gemeindepräsident von Seltisberg, Reto Gantner. Das sei eine win-win-Situation, denn Seltisberg habe keine leeren Mietwohnungen und Sissach könne die bereit gestellte Infrastruktur so besser ausnutzen.

Rolf Rossi freut sich über diese Zusammenarbeit. Und er glaubt, dass das Baselbiet eine sogenannte Flüchtlingswelle gut bewältigen könne. So habe das Baselbiet Ende der 1990-er Jahre mehr als drei Mal so viele Flüchtlinge beherbergt wie derzeit.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)