Baselbieter Kantonsingenieur strauchelt über Eigenheim-Affäre

Oliver Jacobi hat gekündigt. Dies nachdem bekannt wurde, dass der Chefbeamte beim Bau seines neuen Privathauses in Seltisberg nicht alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten hatte. Die zuständige Regierungsrätin Sabine Pegoraro schweigt zur Affäre.

Portrait von Oliver Jacobi

Bildlegende: Oliver Jacobi bei seiner Wahl zum Kantonsingenieur im Herbst 2008 zvg

Oliver Jacobi verlässt seinen Posten auf Ende Mai. Er habe um die Auflösung seines Arbeitsverhältnisses ersucht, teilt die Landeskanzlei mit. Regierungsrätin Sabine Pegoraro habe dem Rücktritt zugestimmt. Beide Parteien hätten sich auf die einvernehmliche Beendigung von Jacobis Tätigkeit geeinigt.

Am 25. Januar berichtete das Nachrichtenportal «Onlinereports» zum ersten Mal über die sogenannte Eigenheim-Affäre. Es geht um vermutete Unregelmässigkeiten beim Bau des Privathauses von Oliver Jacobi und seiner Frau Vanessa Duss Jacobi in Seltisberg. Eine Nachbarin beklagte sich unter anderem über fehlende Grenzabstände, was später in einem Bericht des Bauinspektorates bestätigt wurde.

Oliver Jacobi zieht nun die Konsequenzen aus dem Fall und verlässt den Posten als Kantonsingenieur. Er selber war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Kanton will Gras wachsen lassen über die Affäre

Keine Auskunft zur Affäre gibt es auch von der zuständigen Regierungsrätin. Sabine Pegoraro wolle sich «aus personalrechtlichen Gründen» nicht zur Trennung vom Kantonsingenieur äussern, lässt sie via Mediensprecher ausrichten. So muss offenbleiben, ob die Regierungsrätin ihren Chefbeamten weiterbeschäftigen wollte - oder ob sie froh ist, dass er gekündigt hat. Dass alle Beteiligten auf Tauchstation gehen, zeigt, dass der Kanton Gras wachsen lassen will über die Affäre.

(Regionaljournal Basel, 12:03 Uhr)