Baselbieter Littering-Sünder sollen zur Kasse gebeten werden

Basel-Stadt kennt die Praxis schon länger: Wer beim Littering beobachtet wird, muss eine Busse bezahlen. 80 Franken kostet das Liegenlassen von Abfall in der Öffentlichkeit. Doch im letzten Jahr haben so genannte Abfallkontrolleure nur gerade 116 Bussen verteilt. Trotzdem: Der Landkanton zieht nach.

Abfallhaufen im Vordergrund. Hinten Stadtkulisse Kleinbasel

Bildlegende: Auch Baselland will das Litteringproblem mit einem Gesetz in den Griff bekommen. Keystone

Herumliegende PET-Flaschen, leere Pizzaschachteln und Kaugummipapiere gehören schon fast zum Basler Stadtbild. Littering auf öffentlichem Grund ist ein Problem. Vor einigen Jahren hat die Basler Verwaltung darum eine Busse für Littering eingeführt.

Schwierigkeit beim Beweisen

Die Ausbeute ist bescheiden, trotz extra dafür eingesetzten Abfallkontrolleuren. Jürg Hofer, vom Basler Amt für Umwelt und Energie sagt gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF: «Man muss jemand auf frischer Tat ertappen und ihn vorher schon beobachtet haben.» Wer zum Beispiel von einer Parkbank aufstehe, neben der eine Pizzaschachtel liegt, könne locker behaupten, dass die Schachtel schon vorher da gelegen sei.

Trotz mässigen Erfolgs: Im Baselbiet ist eine CVP-Initiative hängig, die die Einführung einer ähnlichen Litteringbusse verlangt. Mitinitiantin und CVP-Landrätin Agathe Schuler: «Mich schreckt die Ausbeute in der Stadt nicht ab.» Und dies, obwohl sie vermutet, dass das Resultat in Baselbieter Gemeinden ähnlich ausfallen wird wie Basel.

Schuler freut sich über die Vorlage der Baselbieter Regierung zur Initiative «Vo Schönebuech bis suuber», die am Mittwoch veröffentlicht worden ist. Darin wird deutlich: Die Gemeinden sollen mehr Autonomie im Umgang mit Littering-Sündern bekommen. So sollen sie selbst Personen bestimmen dürfen, die Abfallsünder aufspüren. Sie müssten also keine Polizisten dafür einsetzen. Zuerst muss das Baselbieter Parlament aber der Vorlage noch zustimmen.