Baselbieter Polizei mit neuer Software auf Einbrecher-Jagd

Precobs heisst die neue Software. Mit ihr werden neu alle Daten im Zusammenhang mit Einbrüchen im Kanton Baselland erfasst. Da Einbrüche nach bestimmten Mustern ausgeübt werden, kann die Software einen nächsten Zeitpunkt und Ort relativ genau vorhersagen.

Man sieht einen Teil eines Fensters, das bereits beschädigt ist und die Hände von zwei Personen, die versuchen, einzubrechen.

Bildlegende: Die Einbrüche im Kanton Baselland haben abgenommen - vermutlich auch dank der Software Precobs. Keystone

Seit November 2014 ist die neue Software Precobs bei der Kantonspolizei Baselland im Einsatz. Offenbar mit grossem Erfolg:im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Einbrüche im ganzen Kanton nämlich um 30 Prozent zurückgegangen, sagt Beat Krattiger, Leiter Hauptabteilung Sicherheit und Ordnung im Sicherheitsdepartement des Kantons Baselland.

Mit der Software werden alle Einbrüche im Kanton Baselland erfasst. Ort, Einbruchswerkzeug, Haustyp und Beute sind wichtige Faktoren, mit denen eine Prognose entwickelt werden kann. Das System zeigt dann an, wo Alarm geschlagen werden muss und mit grosser Wahrscheinlichkeit in den nächsten sieben Tagen eingebrochen wird.

Bei der Erstellung der Prognose geht die Software von der These aus, dass Einbrecher an einen bekannten Tatort oder ein bekanntes Quartier zurückkehren. Ein Phänomen, das Beat Krattiger nicht erstaunt: «Sie kennen die Anfahrtswege, die Objekte, sie wissen, wo Komplizen für die Übergabe der Beute unbemerkt warten können und sie kennen auch die Fluchtwege.»

Precobs hilft vor allem, die Datenmengen zu bearbeiten. Ganz neu sei die Arbeit ja nicht, meint Beat Krattiger: «Der Polizist früher lief auch häufiger durch die Strassen, in denen etwas passiert war.»

Stadt Zürich als Vorreiter

Die Polizei der Stadt Zürich hat Precobs bereits eingeführt. Im Kanton Aargau steckt man noch in der Pilotphase, welche im Kanton Baselland jetzt abgeschlossen ist. Beat Krattiger ist fest davon überzeugt, dass in Zukunft die Polizeikräfte auf diese Hilfe nicht mehr verzichten müssen: «Das Geld ist bereits da, die Unterzeichnung der Lizenzverträge beschlossen.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)