Baselbieter SP setzt auf gemischtes Doppel

Die Baselbieter SP will ein Co-Präsidium. Der 21-jährige Adil Koller und die 62-jährige Landrätin Regula Meschberger sollen die zurückgetretene Pia Fankhauser ablösen. Dies schlägt die SP-Geschäftsleitung vor.

Landrätin Regula Meschberger und Adil Koller.

Bildlegende: Sollen die Partei mindestens ein Jahr lang gemeinsam führen: Regula Meschberger und Adil Koller. zvg / SRF

Die Baselbieter SP soll ein Co-Präsidium bekommen. Regula Meschberger und Adil Koller sollen die zurückgetretene Pia Fankhauser ablösen. Dies schlägt die Geschäftsleitung der Delegiertenversammlung vom 18. April vor.

Mit 21 Jahren zählt Adil Koller zu den jüngsten Politikern im Kanton. Aktiv war er bis jetzt im Juso-Vorstand und war Mitglied in der Geschäftsleitung der SP Baselland. Ein Amt ausserhalb der SP hatte Koller bis jetzt nicht. Dass er nicht Mitglied des Landrates sei, dies bezeichnete er als Nachteil. Ein Grund, wieso das Co-Präsidium Sinn mache: «Wir sind ein Team und Regula Meschberger bringt diese Erfahrung mit.» Adil Koller studiert im Moment Wirtschaft und Soziologie an der Universität Basel.

Regula Meschberger ist als Politikerin im Kanton Baselland bekannt. Seit 2003 vertritt sie die Interessen der Sozialdemokraten im Landrat. Sie ist Juristin und sammelte über Jahre in politischen Ämtern auf kommunaler und kantonaler Ebene Erfahrungen. In den Jahren zwischen 2005 bis 2008 präsidierte sie bereits die Baselbieter Sozialdemokraten. «Wir sind in einer speziellen Situation. Es ist jetzt ganz wichtig, dass auch ich meinen Beitrag zur Stabilisierung der Partei beitrage.»

Generationenmix soll zu Stabilität führen

«Als Team bringen wir verschiedene Fähigkeiten mit. Wir sind nicht gleich vernetzt. Deshalb ergänzen wir uns gut», umreisst Koller die Vorteile eines Co-Präsidiums. Der Doppelvorschlag verbinde Erfahrung und Kontinuität mit Verjüngung und Aufbruch, hiess es von Seiten der Geschäftsleitung der SP Baselland. Das Vizepräsidium behalten Christoph Hänggi und Regula Nebiker.

Pia Fankhauser war am 17. März aus gesundheitlichen Gründen per sofort als SP-Präsidentin zurückgetreten. Die 1963 geborene Physiotherapeutin aus Oberwil war im Oktober 2013 an die Parteispitze gewählt worden. Sie sitzt seit 2006 im Kantonalparlament. Ausgerechnet vor den Gesamterneuerungswahlen in die Regierung vom Februar erkrankte sie schwer und war zeitweise im Spital.

Historische Wahlschlappe

Bei diesen Wahlen erlitt die SP eine historische Niederlage. Sie schied nach 90 Jahren ununterbrochener Regierungszugehörigkeit aus der fünfköpfigen Exekutive aus. Im Landrat konnte sie derweil ihre 21 Sitze halten. Das Duo wolle nun die Kantonalpartei durch die nationalen und kommunalen Wahlen führen. Zudem will es die Aufbauarbeit innerhalb der Partei vorantreiben.

Am 18. April werden die Delegierten der SP Baselland aller Voraussich nach das Duo bis Frühling 2016 wählen. Dann stehen turnusgemäss ordentliche Präsidiumswahlen an.

(Regionaljournal Basel, 12:03 Uhr/17:30 Uhr)