Baselbieter wollen öfters ins Basler Unispital

Das Basler Universitätsspital konnte letztes Jahr mehr Patienten behandeln. Wachsen konnte das Spital vor allem dank ausserkantonalen Patientinnen und Patienten. Bei den stationären Patienten aus dem Kanton Baselland verzeichnete das Spital gar eine zweistellige Zuwachsrate.

Eingangsbereich des Universitätsspitals.

Bildlegende: Das Universiätsspital behandelte letztes Jahr fast 35'000 Patienten stationär. Keystone

Das Universitätsspital Basel (USB) konnte 2014 bei den Patientenzahlen erneut zulegen. Bei den stationären Patienten verzeichnete das USB eine Zunahme um 5,8 Prozent auf 34'673, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht. Im ambulanten Bereich wurde gar ein Plus von 7,7 Prozent verzeichnet.

Wachstum auf wackligen Beinen

Im stationären Bereich konnte das Universitätsspital vor allem dank ausserkantonalen Patientinnen und Patienten zulegen. Das Spital behandelte 10.7 Prozent mehr Patientinnen und Patienten aus dem Kanton Baselland. Insgesamt sind das rund 900 mehr. Diese können sich dank einer vollen «Patientenfreizügigkeit» zwischen den beiden Kantonen Basel-Stadt und Baselland seit 2014 ohne Mehrkosten im Unispital behandeln lassen. «Das wir so viel zulegten, ist sicher ein einmaliger Effekt», sagt dazu Werner Kübler, Direktor des Unispitals.

«  Der Zuwachs des letzten Jahres könnte wieder verschwinden. »

Michel Plüss
Verwaltungsratspräsident Basler Unispital

Ob auch künftig so viele Patienten ins Basler Unispital kommen, ist aber alles andere als sicher: Die Basler Regierung plant im Rahmen des Sparpakets 17 Millionen Franken weniger an das Unispital zu bezahlen. Deshalb will das Unispital seinen Tarif erhöhen und dies würde im Baselbiet durchschlagen. Der Baselbieter Gesundheitsdirektor, Thomas Weber, hat bereits angekündigt, dass man sich deshalb überlege, das Abkommen für die Patientenfreizügigkeit zwischen Basel-Stadt und Baselland zu kündigen. Eine schlechte Nachricht für das Basler Unispital: «Der Zuwachs des letzten Jahres könnte damit praktisch wieder verschwinden», sagt Michel Plüss, Verwaltungsratspräsident des Basler Unispitals zu diesem Szenario.

Basler Unispital legt zu – Kantonsspital Baselland verliert

Zum Vergleich: Im Jahr 2013 sank die Zahl der Patientinnen und Patienten, die sich im Kantonsspital Baselland behandeln liessen um 600. Neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar. Insbesondere der Standort Bruderholz büsste Patienten ein, wie das Regionaljournal Basel letzten Dezember publik machte.

Das Universitätsspital Basel verbuchte im vergangenen Jahr erstmals einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Franken. Der Jahresgewinn stieg von 11 Millionen auf 14,5 Millionen. Der Nettoumsatz stieg um 4,4 Prozent auf 1,017 Milliarden. Der Aufwand liegt mit 955,3 Millionen um knapp 50 Millionen über dem Vorjahreswert. Zur Zunahme trug unter anderen die Erhöhung der Vollzeitstellen um 4,4 Prozent auf 4'652 bei.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)