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Basel Baselland Baselland Transport will keine Plakate mit küssenden Lesben

Wer mit den gelben Trämli und Bussen der Baselland Transport BLT fährt, wird «verschont» von Bildern küssender Frauen oder Männer: Die BLT will Werbeplakate des Basler Jugendtreffs Anyway nicht aufhängen, die küssende Lesben oder Schwule zeigen. Dies löst bei Interessengruppen massive Kritik aus.

Plakatausschnitt mit Logo «anyway» links oben und zwei küssenden Frauen in Nahaufname.
Legende: Mit diesem Sujet (bekleideter) küssender Frauen will Jugendtreff anyway für Toleranz für «Anderssexuelle» werben. zvg

Plakate mit küssenden Lesben und Schwulen findet die BLT zu anstössig und verweigert darum dem Basler Jugendtreff Anyway das Aufhängen seiner Werbeplakate - ganz im Unterschied zu den Basler BVB, die mit den Plakaten keine Probleme haben. Dies macht die Pendlerzeitung 20 Minuten bekannt.

Die Haltung der BLT stösst auf Unverständnis in der lesbischen und schwulen Community. Bastian Baumann kann den Entscheid der BLT nicht nachvollziehen: «Die Haltung ist homophob», kritisiert der Geschäftsführer von Pink Cross, der Dachorganisation für Schwule.

Pink Cross-Vertreter wünscht sich «weltoffeneres Unternehmen»

Er könne vor allem die Argumentation der BLT nicht verstehen, dass das Gezeigte anstössig sei. Zwei Menschen, die sich lieben und küssen seien nicht anstössig. Es rege zum Denken an, wenn man auch gleichgeschlechtliche Paare beim Küssen sehen würde. Ausserdem sei es fragwürdig, dass die BLT andererseits kein Problem habe mit Plakaten von halbnackten Frauen, die für irgendwelche Parfums werben.

Tatsächlich lachte vor ein paar Jahren Topmodel Heidi Klum im Bikini und in überdimensionaler Grösse von den BLT-Trams gelacht. Dies sei offenbar nicht anstössig, schüttelt Bastian Baumann den Kopf. Generell wünscht sich der Pink-Cross-Geschäftsführer klar, dass die BLT ein weltoffeneres Unternehmen würden: «Ein staatsnaher Betrieb müsste mit gutem Beispiel voran gehen!»

Als ein liberales und weltoffenes, und auf keinen Fall homophobes Unternehmen, sieht sich die BLT selbst. Andreas Büttiker sagt, dass er der Meinung sei, dass sich die Mehrheit seiner Fahrgäste ab diesen Bildern stören würde. Aus diesem Grund habe er darauf verzichtet: «Wir sind ein öffentliches Verkehrsunternehmen. Wir haben eine besondere Verantwortung allen Fahrgästen gegenüber.» Schliesslich könne man dem öffentlichen Verkehr, sprich dem Tram nicht ausweichen.

Der Entscheid der BLT, die Plakate nicht aufzuhängen, hat ein grosses Echo aufgelöst. Auf der Facebookseite der BLT gibt es zahlreiche Menschen, die ihr Unverständnis kundtun. Trotz dieser medialen Aufmerksamkeit, Andreas Büttiker würde wieder so entscheiden, sagt er.

(racc, Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Nadja Silbereisen, 3000 Bern
    Wenn eine gemeinnützige Organisation mit einem ästhetisch schönen Plakat Werbung machen will, wird das zensuriert, während halbnackte Frauen ok sind. Es grüsst die herrschende Hetero-Männer-Klasse! So viel dazu. Noch zum Argument der ' schrecklichen Intoleranz' gegenüber Intoleranz: Jaja, erlauben wir doch einfach alles, freie Meinungsäusserung ohne Grenzen, so können wir alle richtig aufeinander rumhacken, einander fertig machen und wer in der Minderheit ist, hat halt Pech gehabt (*Ironieaus*)
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  • Kommentar von Steve Devonas, Berlin
    @Jason.du tust so als wäre Homosexualität eine Krankheit...du sprichst davon das du nicht wissen willst was die Leute so im Bett treiben...das tun diese Plakate auch nicht. Sie zeigen einen Kuss. Ein Zeichen der Liebe. Es wird nicht gezeigt wie zwei Personen miteinander Sex haben. In meinem Augen sind Sie einfach Ignorant. Und weiß du warum wir immer noch so ein Riesentratra Um die Sexuelle Orientierung machen? Weil wir bis heute für unsere Rechte kämpfen müssen.
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  • Kommentar von andreas meier, winterthur
    Finde ich super und mutig dieses Verbot der BLT. Bin gleicher Meinung: Diese Plakate sind anstössig. Zudem finde ich: Dank der Meinungsfreiheit darf ich noch viele Jahre die Auffassung vertreten,dass schwul und lesbisch nicht normal ist. Dies ohne Entschuldigung.Ist einfach meine Ueberzeugung.
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    1. Antwort von Jason Hunter, Bern
      Ich schliesse mich Ihrer Meinung voll und ganz an! Danke!
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    2. Antwort von Steve Devonas, Berlin
      Herr Meier....ach Quatsch dieses höfliche Intro haben Sie gar nich verdient....Andreas deine Antwort und Ansicht ist einfach traurig. Es ist schlimm zu sehen das in dem Land wo ich aufgewachsen bin & meine Heimat nenne immer noch so ignorante Arschlöcher leben. Genau wegen Menschen so wie Sie es sind nehmen sich immer noch tausende von jungen Leuten das Leben. Sie sollten sich was schämen. Ich weiß ja nicht wie alt du/sie sind aber ich würde Ihnen dringend Raten mal über die Bücher zu gehen.
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    3. Antwort von Steve Devonas, Berlin
      Herr Meier....ach Quatsch dieses höfliche Intro haben Sie gar nich verdient....Andreas deine Antwort und Ansicht ist einfach traurig. Es ist schlimm zu sehen das in dem Land wo ich aufgewachsen bin & meine Heimat nenne immer noch so ignorante Ar....... leben. Genau wegen Menschen so wie Sie es sind nehmen sich immer noch tausende von jungen Leuten das Leben. Sie sollten sich was schämen. Ich weiß ja nicht wie alt du/sie sind aber ich würde Ihnen dringend Raten mal über die Bücher zu gehen.
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    4. Antwort von Jason Hunter, Bern
      @Steve: unglaublich das SRF solch einen Kommentar überhaupt zulässt.. egal. Sie verlangen für ihre sexuelle Orientierung Respekt und Toleranz, verhalten sich aber selber völlig respektlos und intolerant Herrn Andreas Meier gegenüber. Was für ein Widerspruch. Sie tolerieren keine Intoleranz, was Sie selber nicht nur intolerant macht, sondern ignorant und erst recht arrogant. Und da fragen Sie sich, warum sie diskriminiert werden. Schauen Sie mal in den Spiegel. Ich habs schon gemacht.
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