Baselland und SBB planen ein neues Bahnhofsgebäude in Liestal

Der Kanton möchte im Bahnhofsgebäude einen grossen Teil seiner Verwaltung zentralisieren, die Räumlichkeiten will er bei den SBB mieten. Die Beteiligten unterzeichneten am Donnerstag eine entsprechende Absichterklärung.

Regierungsrätin Sabine Pegoraro und SBB-Chef Andreas Meyer haben grosse Pläne in Liestal.

Bildlegende: Regierungsrätin Sabine Pegoraro und SBB-Chef Andreas Meyer haben grosse Pläne in Liestal. zVg

SBB und Kanton Baselland planen in Liestal einen neuen Bahnhof, in dem auch ein Teil der Kantonsverwaltung untergebracht werden soll. SBB-Chef Andreas Meyer und die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro haben am Donnerstag in Liestal dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet.

SBB-Chef Meyer sprach vor den Medien von einer Chance für den Öffentlichen Verkehr, Stadt und Region, Regierungsrätin Pegoraro von einem Gewinn für den Kanton und der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott von einer «Win-Win-Win-Situation»: Die SBB wollen in Liestal ihren Bahnhof durch eine moderne, kundenfreundliche Anlage ersetzen, der Kanton soll sich darin einmieten. Der Standort habe wirtschaftliches Potential, gaben sich alle Beteiligten überzeugt.

Für einen Bahnhofsneubau bräuchten die SBB indes Investitionssicherheit. Diese wäre mit dem Kanton als gegeben. «Ein solcher Ankermieter ist Voraussetzung dafür, dass der Bahnhof so wie geplant realisiert wird», sagte SBB-Chef Andreas Meyer gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF.

Entstehen könnte laut Meyer ein etwa 190 Meter langer Bau mit fünf Stockwerken. Dieser könnte bis 2020 bereitstehen und in den Obergeschossen die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) sowie die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) aufnehmen, sagte Pegoraro.

Landratsvorlage kommendes Jahr

Der Kanton könnte damit mehr als 20 seiner derzeit über 50 Standorte in Liestal aufgeben und Verwaltungsteile zentral zusammenfassen. Pläne dazu gab es schon in den vergangenen Jahren. So bestand die Absicht, einen Verwaltungsneubau mit 780 Arbeitsplätzen auf dem Kreuzboden nahe der Rheinstrasse zu erstellen. Gleichzeitig suchte das Hochbauamt aber auch nach günstigeren Alternativen.

Nirgends sei indes die Erreichbarkeit besser als am Bahnhof, sagte Pegoraro. Und laut Ott bevorzugt auch die Stadt den näher an der Altstadt gelegenen Bahnhof als Verwaltungsstandort; ein neuer Bahnhof sei überdies ein lang gehegter Wunsch.

Zunächst wollen Kanton, SBB und die Stadt Liestal nun eine Machbarkeitsstudie durchführen, und in Angriff genommen werden soll die Quartierplanung. 2014 sollen dem Landrat eine Vorlage zur Einmietung des Kantons unterbreitet und ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden. 2017 könnte mit dem Neubau begonnen werden. Die Planung des Neubaus und diesen selbst würden die SBB finanzieren.