Baselland verstärkt Kampf gegen Neophyten

Pflanzen aus andern Kontinenten, die bei uns wachsen, gefährden das Ökosystem. Der Kanton Baselland weitet seinen Kampf gegen die sogenannten Neophyten nun aus.

Pflanze mit lila Blüten und langezogenen Blättern, die an einem Bachufer wächst. Es ist das drüsige Springkraut.

Bildlegende: Das drüsige Springkraut kommt ursprünglich aus dem Indischen Subkontinent, breitet sich aber auch im Baselbiet aus. zvg

Viele unserer Pflanzen sind nicht seit Urzeiten in der Schweiz heimisch. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer mehr Pflanzen aus der ganzen Welt bei uns importiert. Darunter sind auch Nutzpflanzen, wie die Kartoffel, die Tomate oder die Gurke. Gewisse dieser gebietsfremden Arten breiten sich jedoch unkontrolliert aus und gefährden die Biodiversität in der Region. Auf der schwarzen Liste sind beispielsweise der Sommerflieder, der Kirschlorbeer oder der Götterbaum.

Neophyten bedrohen Landwirtschaft und Mensch

Neophyten bedrohen das Ökosystem beispielsweise, indem sie sich auf gerodeten Waldflächen ausbreiten und so das Nachwachsen des Jungwaldes hemmen. Ihr teilweise fast ungebremstes Wachstum könne gar zu Monokulturen führen, sagt Martin Schmidlin, der im Baselbieter Sicherheitsinspektorat für Neophyten zuständig ist, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Und einige Neophyten lösten auch allergische Reaktionen bei Menschen aus.

Der Kanton Baselland nimmt sich dem Thema deshalb nun vertieft an. Anstatt Neophyten lediglich beim normalen Unterhalt von Strassen oder Naturschutzgebieten zu entfernen, will er nun auch Hobbygärtner, Gemeinden und Gartenbaubetriebe stärker einbeziehen im Kampf gegen die Neophyten. Diese sollen sensibilisiert und zur Mithilfe animiert werden.

Schwierige Neophytenbekämpfung

Die Bekämpfung der Neophyten ist jedoch nicht einfach, da das Gesetz nicht deren Vernichtung vorschreibt. Lediglich der Umgang mit bestimmten importierten Pflanzen sei verboten. Diese dürfen weder an- noch umgepflanzt werden.

Dennoch verspricht man sich einiges davon, die Bevölkerung und speziell die Hobbygärtnerinnen, Bauern und Gärtnereien für das Thema zu sensibilisieren, so Martin Schmidlin. Eine neue Webseite des Kantons informiert über das Thema.

Weitere Bekämpfungsmassnahmen seien angedacht, doch dazu müssen die finanziellen Mittel noch gesprochen werden. Dies wird Aufgabe der Politik.