Basellandschaftliche Kantonalbank lanciert Erdbebenversicherung

Was die Politik bis heute nicht zu Stande gebracht hat, lanciert jetzt die Basellandschaftliche Kantonalbank für ihre Hypothekar-Kunden: eine Erdbebenversicherung.

haus begräbt auto

Bildlegende: Die BLKB verschenkt Erdbebenversicherungen beim Abschluss einer Hypothek. Keystone

Seit Jahren versuchen Parlamentarier aus der Region Basel vergeblich, eine eidgenössische, obligatorische Erdbebenversicherung einzuführen. Denn auch wenn nur alle 100 bis 200 Jahre ein schwereres Erdbeben droht, die Schäden gehen bei einem schweren Beben rasch in Milliardenhöhe. Dies würde wohl für viele Hausbesitzer der finanzielle Ruin bedeuten, weil heute nur die wenigsten eine teure Police bei einer privaten Versicherung abgeschlossen haben.

Jetzt springt die Basellandschaftliche Kantonalbank in die Bresche und lanciert für ihre Hypothekar-Kunden gratis eine Erdbebenversicherung. Die Bank hofft damit ihren Marktanteil bei Hypotheken im Kanton von rund 40 Prozent noch steigern zu können.

Bank hilft sich auch selbst

Zudem sichert sie damit auch gleich noch ihr eigenes Klumpenrisiko ab, das sie sonst mit teurem Risikokapital absichern müsste. Denn bei einem Erdbeben wären viele Häuser auf einen Schlag fast nichts mehr Wert. Häuser, welche der Bank als Sicherheit im Hypothekargeschäft dienen. Und diese Hypotheken wären plötzlich nicht mehr abgesichert. Um dieses Risiko aufzufangen, arbeitet die Kantonalbank jetzt mit privaten Versicherungen zusammen und diese wiederum mit der Rückversicherung Swiss Re.

Damit nutzen die privaten Versicherungen gleichzeitig auch die Gelegenheit, den Parlamentariern aufzuzeigen, dass sie eine zahlbare Erdbebenversicherung auf die Beine stellen könnten, als Alternative zu einer obligatorischen, eidgenössischen Versicherung. Denn der letzte Anlauf, eine solche Versicherung einzuführen, ist erst vor kurzem so gut wie gescheitert. Dies nachdem einige Kantone, die nicht zum Erdbebenrisikogebiet zählen, sich nicht beteiligen wollten.

Die Basler Kantonalbank übrigens plant keine Erdbebenversicherung einzuführen: Sie wolle ihre Kunden unabhängig beraten und sich nicht an Versicherungen binden, so die BKB auf Anfrage.

(Regionaljournal Basel; 17:30 Uhr)