«Baselworld»: GAV verteuert Standaufbau um 30 Prozent

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV), dem die insgesamt 20'000 Standbauarbeiter an der «Baselworld» dieses Jahr erstmals unterstehen, hat spürbare Kostenfolgen: Er verteure den Standbau um rund 30 Prozent, schätzt ein Unternehmer. Der GAV sichert den Standbauern Mindestlöhne und Zuschläge.

Standbauarbeiter bei der Arbeit an der «Baselworld»

Bildlegende: Mehrkosten in sechsstelliger Höhe: An der «Baselworld» unterstehen Standbauarbeiter erstmals einem Gesamtarbeitsvertrag Baselworld

Der Messemontage-Unternehmer Gerhard Raschke aus Bayern baut an der «Baselworld» die Stände für Grosskunden wie Swatch, Chanel oder Bucherer. Dass er seinen Mitarbeitern in der Schweiz auch Schweizer Löhne zahlen muss, findet er «grundsätzlich völlig korrekt». Und rechnet die Kosten davon vor: «Grob gerechnet haben sich die Montagen hier für uns um 30 Prozent verteuert.»

Die Mehrkosten überwälzt Raschke seinen Kunden, den Ausstellern. Die Messe bestätigt die Höhe der Mehrkosten: «Wahrscheinlich gibt es einer relativ grosse Bandbreite, je nach Aussteller», sagt Messe-Sprecher Christian Jecker. «Über den Daumen gepeilt, kann das aber schnell einmal um ein paar hunderttausend Franken mehr gehen.»

Die Mehrkosten sind aus Sicht des Messemontage-Unternehmers nicht das grösste Problem. Er kämpfe mehr mit dem administrativen Aufwand, den der GAV für ihn zur Folge habe, sagt Raschke - und mit innerbetrieblichen Schwierigkeiten, die sich stellen, wenn er als Geschäftsleiter seinen Standbauern zum Beispiel in Hannover erklären muss, wieso sie für dieselbe Arbeit deutlich weniger verdienen als die Kollegen an der «Baselworld».