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Baselworld Uhrenbranche kritisiert Messe Schweiz heftig

Legende: Video Baselworld im Umbruch abspielen. Laufzeit 03:34 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.11.2017.

Dass die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld nächstes Jahr weiter Aussteller verliert, überrascht in der Uhrenbranche niemanden. Allerdings zeigen sich viele Branchen-Vertreter überrascht, dass die Zahl der Aussteller für das Jahr 2018 regelrecht einbricht.

Dass immer weniger Aussteller nach Basel kämen habe mehrere Gründe:

  • Seit der Eröffnung der neuen Messehalle vor vier Jahren ist die Baselworld noch einmal teurer geworden. Zu teuer für viele Aussteller.
  • Immer kleinere Delegationen von Einkäufern kamen in der Vergangenheit an die Messe.
  • Damit sei eine Schere aufgegangen: Die Messe wurde immer teurer, brachte aber immer weniger.

Auch wenn sämtliche Kosten für einen Stand an der Baselworld inklusive Übernachtungen Mitarbeiter für viele Marken rasch einmal in die Millionen ging, würden viele Firmen nicht nur aus finanziellen Gründen der Messe den Rücken kehren.

Aussteller fühlen sich schlecht behandelt

Viele klagen auch, sie seien von der Messe schlecht behandelt worden. Beispiel Uhrenmarke Mondaine: Diese war 60 Jahre lang ohne Unterbruch an der Messe bis letztes Jahr. Dann hatten sie genug davon, dass sie von der Messe ständig vertröstet wurden für einen besseren Platz und kehren der Messe den Rücken: «Wenn man abhängig ist und nur entscheiden kann, ob man an die Messe geht oder verzichtet, kommen ungute Gefühle auf. Und diese sind in der Branche vorhanden», sagt Direktor Ronnie Bernheim.

Die Baselworld überlebt dann, wenn etwas Radikales passiert und die Messeleitung ausgewechselt wird. Sonst sehe ich keine gute Zukunft.
Autor: Patrik-Philipp HuberGeschäftsleitungsmitglied, Zeno-Watch Basel

Und auch Patrik-Philipp Huber von der Geschäftsleitung der Basler Uhrenfirma Zeno-Watch kritisiert: «Alle klagten, trauten sich aber nicht, dies öffentlich zu sagen. Denn man musste immer damit rechnen, dass man im nächsten Jahr an einem noch schlechteren Ort ist und noch mehr zahlen muss.» Viele in der Uhrenbranche glauben nicht, dass es die Baselworld noch lange geben wird. Patrik-Philipp Huber sagt es so: «Die Baselworld überlebt dann, wenn etwas Radikales passiert und die Messeleitung ausgewechselt wird. Sonst sehe ich keine gute Zukunft.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Auch die teure Luxusuhr // zählt für dich die Stunden nur. // Sie wird dir niemals sagen // dein letztes Stündlein hat geschlagen.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Warum werden kritische Kommentare zu heiklen Themen auf diesem Kanal prinzipiell zensuriert oder die Kommentarfunktion sogar deaktiviert wie bei unserem Regierungsrat und Möchtegernprofessor?Greift da etwa eine politisch motivierte Zensur? Das wäre dann Werbung für NO-Billag.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Die Uhrenbranche fühlt sich zu Recht arrogant abgezockt.Wie die Gefühlslage der Anwohner der Messe ist,interressiert wohl niemanden,am wenigsten den Messedirektor und den Baudirektor des Kantons.Wer kann,flüchtet.Die letzten Beizen sterben aus, Sozialfälle werden importiert.Für zwei grosse Messen im Jahr opfert man ein ehemals lebenswertes Quartier.Die Schuldigen werden sich mit goldenen Fallschirmen absetzen, die anderen werden bluten.
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