Basler Eltern fordern mehr Integrationsschulen

Integrationsschulen gibt es in Basel nur im Gellert-, dem Neubad- und dem Hirzbrunnenquartier. Eltern von behinderten Kindern verlangen nun Integrationsschulen in jedem Quartier. Die Leitung der Volksschule erteilt dieser Forderung aber eine Absage.

Zwei Mädchen geben ein Paket an eine Frau. Hintendran stehen einige Erwachsene und Kinder.

Bildlegende: Christie und Tabita übergeben die Unterschriften der Präsidentin der Petitionskommission Brigitta Gerber, SRF

In einer Integrationsschule lernen alle Kinder gemeinsam: Solche, die normal eingeschult werden können und nicht auffallen, Kinder mit einer Behinderung und solche, die eine Lernschwäche haben. Dieser Grundsatz sei gut, sagt Sabine Hubben, die eine Tochter mit Downsyndrom hat.

Aber es brauche Integrationsschulen in jedem Quartier: «Gerade Kinder mit einer Behinderung sollten im gleichen Quartier zur Schule gehen können, wie sie wohnen», sagt sie. «Ihnen fällt es oft besonders schwer, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und neue Freundschaften zu schliessen.» Um der Forderung nach mehr Integrationsschule Gewicht zu geben, hat sie zusammen mit der Behindertenorganisation «Insieme» am Mittwoch eine Petition eingereicht.

Drei Standorte in Basel

Dass es nur an drei Standorten Integrationsschulen gibt, bestätigt der Leiter der Volksschulen, Dieter Baur. Die Forderung nach mehr Integrationsschulen kann er darum zwar verstehen, aber er erteilt ihr eine Absage. «Für flächendeckende Integrationsklassen haben wir schlicht zu wenig behinderte Kinder.»

Aber grade weil es nur wenige Kinder sind, die diese spezielle Förderung brauchen, könne man auch individuelle Lösungen finden. Dieter Baur erzählt von einem Mädchen mit Downsyndrom aus einem Quartier ohne Integrationsschule. «Das Mädchen geht jetzt in eine Regelklasse und eine Heilpädagogin geht extra für dieses Mädchen dort hin.» So hat das Mädchen zwar nicht den ganzen Tag eine Heilpädagogin zur Seite, aber je nach Behinderung würden auch weniger Betreuungsstunden ausreichen.

Bestehende Sonderschulen bleiben bestehen

In der Petition sprechen die Eltern behinderter Kinder noch eine weitere Unsicherheit an. Seit eine Sonderschule für behinderte Kinder in Basel schloss, befürchten die Eltern, dass weitere Schulen verschwinden könnten. «Es gibt behinderte Kinder, für die eine Integrationsschule nicht das Richtige ist», sagt Hubben. «Für diese Kinder brauchen wir spezielle Schulen.» Volksschulleiter Dieter Baur beruhigt: «Wir haben absolut nicht die Absicht, weitere Angebote zu schliessen.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)