Basler Firmen suchen Alternativen zum kühlenden Rhein

Nicht nur Schwimmerinnen und Schwimmer brauchen den Rhein zur Abkühlung, auch Firmen kühlen ihre Räume und Anlagen mit Rheinwasser. Weil die Entnahme von Kühlwasser ab einer Wassertemperatur von 25 Grad verboten ist, werden Alternativen gesucht. Das Basler Unispital hatte dabei bisher keinen Erfolg.

Schild mit Rheintemperatur

Bildlegende: 22 Grad am 3. Juli - ein paar Tage später war der Rhein mit 25 Grad schon wärmer Keystone

Rund 25 Grad betrug die Rheinwassertemperatur am 7. Juli dieses Jahres. Ab 25 Grad ist die Entnahme von Rheinwasser zur Kühlung von Räumen und Anlagen gemäss Gesetz verboten. Das Basler Universitätsspital (USB) ist jedoch dringend auf das Kühlwasser aus dem Rhein angewiesen. Das Spital brauche pro Stunde rund 1500 Kubikmeter Rheinwasser, etwa 7500 Badewannenfüllungen, erklärt Richard Birrer, Leiter Infrastruktur am USB und ergänzt: «Ohne Rheinwasser müssten wir Operationen einstellen oder die Intensivstationen leeren.»

«  Ohne die Kühlung durch Rheinwasser müssten wir Operationen einstellen oder die Intensivstationen leeren. »

Richard Birrer
Leiter Infrastruktur Unispital Basel

Das Problem bei der Entnahme von Rheinwasser ist die Erwärmung, respektive die Wiedereinleitung des wärmeren Wassers. Diese Erwärmung ist im Fall des USB zwar verschwindend klein, dennoch gilt: Ab 25 Grad darf zum Schutz der Fische kein Wasser mehr bezogen werden. Wird die Temperaturgrenze überschritten, sind das USB und andere Firmen auf den Goodwill der Basler Behörden angewiesen. Zuletzt war dies im Hitzesommer 2003 an zwei Tagen der Fall, erklärt Richard Birrer.

Kein Erfolg bei der Suche nach Alternativen

Das USB ist derzeit auf der Suche nach Alternativen zum Rheinwasser, hatte aber bisher keinen Erfolg. «Wir haben zwei Bohrungen nach Grundwasser gemacht, diese waren jedoch nicht ergiebig genug», so Birrer. Eine weitere Bohrung sei noch ausstehend.

Einen Schritt weiter ist der Basler Pharmakonzern Roche, der ebenfalls Rheinwasser zur Kühlung braucht. «Wir haben in den letzten Wochen neue Kühltürme auf unserem Areal installiert und können diese Ende Juli in Betrieb nehmen», erklärt Roche-Sprecher Karsten Kleine. Auch mit den neuen Kühltürmen könne man jedoch nicht ganz auf Rheinwasser verzichten, räumt Kleine ein.

«Stellt die Vollzugsbehörden vor kaum lösbare Probleme»

Die Basler Regierung hatte sich im Frühling mit dem Thema Rheintemperatur beschäftigt. In der Vernehmlassung zur Revision der Gewässerschutzverordnung bittet die Regierung den Bundesrat, dass die Kantone Ausnahmebewilligungen erteilen dürfen. Grund: «Die mit sommerlichen Hitzeperioden einhergehenden Erhöhungen der Wassertemperatur im Rhein stellt die Vollzugsbehörden vor kaum lösbare Probleme», heisst es im Brief an den Bundesrat.

(Regionaljournal Basel, 06.32 Uhr)

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