Basler Fusionsabstimmung ist noch nicht der grosse Renner

In der Stadt und in der Agglomeration von Basel zeichnet sich eine tiefere Stimmbeteiligung ab als zuletzt bei der Gripen-Abstimmung. Und sogar im Oberbaselbiet haben die Gemeinden bislang nicht aussergewöhnlich viele Couverts von brieflich Stimmenden erhalten.

Hand legt Stimmcouverts in Urne

Bildlegende: Widerspiegelt sich die emotionale Debatte über die Fusion auch im Rücklauf der Stimmcouverts? Keystone

Die Region Basel steht vor einer historischen Abstimmung. 45 Jahre nach dem letzten Urnengang zu diesem Thema stimmen die beiden Basel darüber ab, ob der Prozess für eine Kantonsfusion eingeleitet werden soll.

So historisch diese Abstimmung auch ist - eine aussergewöhnlich gute Stimmbeteiligung zeichnet sich derzeit nicht ab. Im Kanton Basel-Stadt und im bevölkerungsreichsten Bezirk des Baselbiets deutet sogar alles auf eine tiefere Stimmbeteiligung hin als beim letzten kantonalen und nationalen Urnengang im Mai. Damals stimmte die Bevölkerung unter anderem über die Gripen-Kampfflugzeuge und über die Mindestlohn-Initiative ab, was in beiden Kantonen zu einer Stimmbeteiligung von mehr als 55 Prozent führte.

1000 Stimmcouverts weniger in Allschwil

In Basel-Stadt haben eine Woche vor der Fusionsabstimmung bislang erst 30,8 Prozent aller Stimmberechtigten ihr Stimmcouvert bereits an den Kanton zurückgeschickt - zum gleichen Zeitpunkt vor der Mai-Abstimmung waren es bereits 36,5 Prozent gewesen. «Bislang ist die Stimmbeteiligung im Vergleich zu den letzten Urnengängen eher verhalten», sagt Daniel Orsini, Leiter Wahlen auf der Staatskanzlei.

Eindrücklich sind die Zahlen aus Allschwil. «Im Moment haben wir im Vergleich zur Mai-Abstimmung erstaunlich wenig Stimmcouverts zurückerhalten», sagt Andreas Meyer von der Allschwiler Gemeindeverwaltung. Konkret sind im Vergleich zum Mai bisher erst 3000 statt 4000 Stimmcouverts eingegangen. Nicht ganz so deutlich ist die Wasserstandsmeldung aus Reinach. Dort ist die Abstimmungsbeteiligung bislang rund 10 Prozent tiefer als noch im Mai.

Überraschend ist, dass auch im Oberbaselbiet, wo die Fusionsdebatte besonders emotional geführt wird, die Fusionsabstimmung bislang noch kein Renner ist. Aus den Oberbaselbieter Gemeinden sind sind zwar keine genauen Vergleichszahlen zu erhalten. Aber auch die Gemeindeverwaltungen in Sissach, Hölstein und Arisdorf stellen bislang keine aussergewöhnlich gute Stimmbeteiligung fest. Einzig aus Gelterkinden und Bubendorf heisst es, dass man mit einer überdurchschnittlichen Stimmbeteiligung rechne.

Interpretation ist schwierig

Diese Zahlen zu interpretieren, ist schwierig. Einerseits könnte das Interesse an der Fusionsabstimmung geringer sein, als man es hätte erwarten können. Andererseits ist es auch möglich, dass viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger noch unschlüssig sind und erst in letzter Minute entscheiden.

Bei der letzten Fusionsabstimmung im Jahr 1969 lag die Stimmbeteiligung in Baselland bei 76 Prozent, in Basel-Stadt bei 44 Prozent.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)