Basler Gesundheitsdirektor Engelberger als «Dampfer»-Kapitän

Lukas Engelberger zieht nach hundert Tagen als Basler Gesundheitsdirektor eine erste Bilanz. Grosse Würfe oder Veränderungen kündigt er keine an. Sein Departement sei gut aufgestellt, er sei auf einen gut fahrenden Dampfer aufgesprungen.

Carlo Conti und Lukas Engelberger stehen nebeneinander und lachen.

Bildlegende: Lukas Engelberger (rechts) hat vieles von seinem Vorgänger Carlo Conti übernommen. Keystone

Er sei von den Mitarbeitern des Gesundheitsdepartements gut aufgenommen worden, sagte der neue Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger vor den Medien. In seinen ersten hundert Tagen sei er auf ein eingespieltes Team gestossen. «Ich dufte auf einen Dampfer aufspringen, der wirklich gut in Fahrt ist, so dass ich keine grösseren Änderungen vornehmen musste und auch nicht wollte», sagte er.

Dampfer-Kapitän

Und so präsentierte er denn auch keine neuen grossen Würfe, sondern informierte über Projekte, die schon länger aufgegleist sind. Dabei geht es vor allem um die Modernisierung von Spitälern: der Neubau Klinikum 2 des Universitätsspitals, des Felix Platter Spitals, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, das Zentrum für Zahnmedizin oder den Ausbau von Pflegeplätzen.

Er werde sich auf nationaler Ebene dafür stark machen, dass die Kantone besser steuern könnten, wie viele Spezialisten eine Praxis eröffnen dürften, sagte Engelberger. Und er suche das Gespräch mit dem Kanton Baselland, um die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu verbessern.

Modernisierungsprozess

Der neue Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) wird auch nach der Verselbständigung der öffentlichen Spitäler deren Modernisierungsprozess politisch durchsetzen müssen. Umstritten sind drei Neubauprojekte, über die wohl das Volk entscheiden muss.

Die öffentlichen Spitäler seien zwar selbständig, würden aber vom Gesundheitsdepartement (GD) «betreut, angeleitet und gesteuert», sagte Regierungsrat Engelberger am Montag aus Anlass seiner ersten hundert Tage im Amt. Das GD sei deren Eigentümer und müsse gleichzeitig die Rolle als Regulator und Besteller wahrnehmen.

Laut Engelberger sinken in Basel-Stadt die Kosten für stationäre Behandlungen seit der Einführung der Fallkostenpauschalen im Jahre 2012 - dies entgegen dem nationalen Trend. 2011 mussten für die stationäre Betreuung rund 384 Mio. Fr. ausgegeben werden, im laufenden Jahr werden des voraussichtlich 372 Mio. sein.

Bei den öffentlichen Spitälern seien für modernen Spitalbetrieb die «baulichen Voraussetzungen nicht gegeben», sagte Engelberger. Deshalb lägen grosse Modernisierungsprojekte vor. Praktisch alle Neubauprojekte sind aber umstritten und es wird mit harten Auseinandersetzungen gerechnet.

Abstimmungskampf über Neubauten

Es sei seine Aufgabe, diese Projekte durch die politischen Instanzen zu lotsen, sagte der Gesundheitsdirektor. Der umstrittenen Neubau des Universitätsspitals Basel wird derzeit in einer Kommission des Grossen Rates diskutiert. Bis zum Legislaturende im Januar 2017 soll ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegen, sagte Engelberger.

Über den Standort des Neubaus für die Kinder- und Jugendpsychiatrie als Ersatz für die sieben bisherigen Standorte wird das Volk befinden müssen. Das ins Auge gefasste Areal bei den Universitären Psychiatrischen Kliniken ist umstritten. Bis 2017 soll Planungssicherheit erreicht werden.

Abgestimmt wird auch über das neue Universitäre Zentrum für Zahnmedizin Basel im Rosental-Areal. Engelberger hofft trotzdem auf einen Bezug des Neubaus im Jahre 2019.

(Regionaljournal Basel: 12:03)