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Basler Gesundheitspolitik Seilziehen um Speiseröhren-Operationen

Arzt im Operationssaal
Legende: Um in einem Spital Spitzenmedizin anbieten zu können, braucht es genügend Patienten. Keystone
  • Das Basler Clarapspital hat vom zuständigen Gremium einen Leistungsauftrag erhalten für die Durchführung von Speiseröhren-Operationen in der Region Basel.
  • Das Basler Unispital hat den Leistungsauftrag nicht bekommen, weil die Patientenzahlen bei der Speiseröhren-Entfernung zu tief sind.
  • Für das Basler Universitätsspital sei dieser Entscheid ein Dämpfer, heisst es beim Gesundheitsdepartement.
  • Die Attraktivität des Unispitals leide, sagt Thomas von Allmen Leiter Spitalversorgung im Basler Gesundheitsdepartement.

Beim Claraspital freut man sich über den Zuschlag aus Bern. Es sei sinnvoll, dass solche Operationen nicht an zwei, sondern nur an einem Standort gemacht werden, sagt Peter Eichenberger, Direktor des Claraspitals. «Bei diesen seltenen Eingriffen reicht ein Zentrum in der Nordwestschweiz.» Dieser Meinung ist man auch beim zuständigen Gremium der kantonalen Gesundheitsdirektoren, das am Montag über die entsprechende Spitalliste informierte.

Dieses Gremium stellt sich auf den Grundsatz, dass ein Spital Spitzenchirurgie nur dann anbieten darf, wenn es genügend Fallzahlen gibt. Beim Basler Unispital war dies in den letzten drei Jahren nicht der Fall: Zehn Patienten pro Jahr wurde hier die Speiseröhre entfernt. Im Claraspital waren es durchschnittlich gut 20 Fälle.

Trotz der kleineren Fallzahl hofft man beim Basler Gesundheitsdepartement, dass der Bund nochmals auf seinen Entscheid zurückkommt. Der Entscheid des zuständigen Gremiums ist nur provisorisch.

Denkbar und grundsätzlich sinnvoll sei laut Thomas von Allmen auch eine Zusammenarbeit zwischen dem privaten Claraspital und dem staatlich unterstützten Unispital. Eine vertiefte Zusammenarbeit zu realisieren, sei jedoch schwierig. «Wir können niemand dazu zwingen. Eine gewisse Konkurrenz ist zudem auch nicht schlecht», meint von Allmen. Er ist überzeugt, dass in Zukunft grosse Veränderungen anstehen. «In gewissen Bereichen der Gesundheitsversorgung werden wir aus Kostengründen nicht um Kooperationen herumkommen.»

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