Basler Museum haucht Mumien neues Leben ein

Die neue Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum zeigt, dass viele Mumien natürlich entstanden sind und nicht nur aus dem Reich der Pharaonen stammen. Die Mumien erwecken den Eindruck, als wären sie dem Leben näher als dem Tod.

Blick in die Ausstellung - mit Mumien aus Südamerika.

Bildlegende: Blick in die Ausstellung - mit Mumien aus Südamerika. Gregor Brändli

Die Steinböcke und Gemsen sehen aus, als hätten sie sich soeben zum Sterben hingelegt. Dabei sind sie schon seit Jahrhunderten tot, erfroren in den Schweizer Alpen. In den Gletschern wurden sie zu Mumien.

Dass es Mumien aus der Schweiz gibt, dürfte den einen oder anderen Besucher des Naturhistorischen Museums überraschen. Genau deshalb hat Projektleiterin Anna Pevzner sie an den Anfang der Ausstellung gestellt. «Viele kennen nur die menschlichen Mumien. Die tierischen Mumien aber sind genauso wichtig, weil auch sie Geschichten erzählen.»

Mumien erzählen Geschichten

Und was erzählen die Mumien? Anna Pevzner sagt: «Da bei einer Mumie - im Gegensatz zu einem Skelett - die Weichteile noch vorhanden sind, können wir mit wissenschaftlichen Methoden viele Informationen gewinnen. Zum Beispiel die Herkunft oder das Alter ermitteln.»

In die Sonderausstellung fliessen auch aktuelle Ergebnisse der eigenen Forschung des Museums ein. So untersuchte ein Forscherteam mit modernen Methoden den Sarg und die Textilreste, die zusammen mit der Mumie aus der Basler Barfüsserkirche entdeckt wurden. Dabei stellte sich heraus, dass der Sarg und die Textilreste 200 Jahre jünger sind als die Mumie selber. Die Dame aus der Barfüsserkirche wurde offenbar umgebettet und neu eingekleidet. Von wem und warum bleibt vorderhand ungeklärt.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)