Basler Orchestermodell mit offenen Fragen

Der Basler Grosse Rat hat das neue Orchesterfördermodell gutgeheissen. Aber es gibt auch Kritik: Unklar ist, ob Baselland beim neuen Modell mitmacht oder nicht.

Mitglieder des Sinfonieorchester Basel an einer Probe

Bildlegende: Ausser dem Sinfonieorchester Basel müssen sich alle Orchester um Subventionen bewerben. Juri Weiss

Das neue Orchesterfördermodell sieht vor, dass sich alle Orchester bewerben müssen, wenn sie Subventionen wollen. Eine Jury entscheidet dann, welche Orchester finanziell unterstützt werden. Davon ausgenommen ist einzig das Sinfonieorchester Basel.

Unklar, ob Baselland mitbezahlt

Der Basler Grosse Rat hat für dieses neue Orchesterfördermodell 5,6 Millionen Franken bewilligt. Dieses Geld wird über vier Jahre für die Orchester eingesetzt. Offen ist, ob sich auch der Kanton Baselland an diesem Modell beteiligen wird.

Es geht um die Summe von rund 700'000 Franken. Diesen Betrag zahlt Baselland im Rahmen der Kulturvertragspauschale an die Basler Orchester. Es sei aber nicht ausschlaggebend, ob Baselland die 700'000 Franken in das neue Orchesterfördermodell einzahlt oder nicht, sagt der Leiter der Abteilung Kultur Basel-Stadt, Philippe Bischof. Wenn Baselland den Betrag lieber wie bisher im Rahmen der Kulturvertragspauschale an die Orchester zahlen wolle, sei das auch eine Möglichkeit. «Dann müssen wir halt jeweils absprechen, welche Orchester wieviel Geld aus der Kulturvertragspauschale erhalten, und welche aus dem Fördermodell». Das mache die Sache zwar komplizierter, aber es sei nicht unmöglich, so Bischof.

Weil unklar ist, ob Baselland in den Topf des neuen Orchesterfördermodells einzahlen will, hätte man mit dem Entscheid im Grossen Rat warten müssen, findet hingegen Christine Wirz-von Planta. Sie ist selber im Verwaltungsrat des Kammerorchesters und sitzt für die Basler LDP im Grossen Rat. «Wir hätten lieber zuerst Klarheit gehabt, wie Baselland entscheidet», sagt sie.

Philippe Bischof entgegnet: «Wir sind seit eineinhalb Jahren daran, eine Lösung zu finden. Jetzt haben wir eine Lösung gefunden, und entschieden, sie auch umzusetzen.» Man habe nicht vorhersehen können, wie sich die politische Lage im Baselbiet verändert.

Beim zuständigen Amt im Baselland, kulturelles bl, heisst es auf Anfrage, dass man in Sachen Orchesterfördermodell noch nichts entschieden habe. Zuerst wolle man abwarten, bis die neue Leiterin, Esther Roth, im Februar ihre Stelle antritt. Ausserdem sei lange nicht klar gewesen, ob und wie die Kulturvertragspauschale weiter existiert oder nicht.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)