Basler Professoren wollen Latein neu beleben

In Basel-Stadt wählen nur gerade vier Prozent der Gymnasiasten das Schwerpunktfach Latein. Das sind so wenig wie sonst nirgends in der Schweiz. Nun soll das Traditionsfach aktueller ausgerichtet und für mehr Schülerinnen und Schüler interessant gemacht werden.

Ein Mann und eine Frau vor Herbstbäumen.

Bildlegende: Giuseppe Manno und Katharina Wesselmann von der FHNW wollen den Latein-Unterricht wieder attraktiver machen. Foto SRF

Basler Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sollen Latein weiterhin als Schwerpunktfach lernen können. Neu soll die klassische Sprache aber auch als Wahlpflichtfach bereits auf der Sekundarstufe 1 angeboten werden, also unmittelbar nach der Primarschule. Dies erklärt Katharina Wesselmann, Dozentin für Fachdidaktik Latein an der Pädagogischen Hochschule der FHNW: «Ab August 2016 wird im 8. und 9. Schuljahr das neue Fach "Lingua Latein" angeboten, ein breit aufgestelltes Fach zur Förderung von sprachlichen und kulturellen Kompetenzen.»

Ziel ist es, das Fach Latein an heutige Bedürfnisse anzupassen und für Schülerinnen und Schüler interessanter zu machen. Latein sei eine wichtige Grundlage für verschiedene moderne Sprachen, erklärt Fachdidaktikerin Wesselmann. Dies solle im Lateinunterricht mit reflektiert werden. Und auch kulturell will Wesselmann Bezüge vom antiken Rom zur heutigen Welt schaffen: «Die Schülerinnen und Schüler sollen Themen wie Geschlechterrollen, Menschenrechte, Rassismus in einer fremden Kultur sehen, die vor gar nicht so langer Zeit einmal die eigene Kultur gewesen ist.»

«  Unsere Story spielt in Augusta Raurica und in Basilia. Damit können sich die Schüler identifizieren. »

Katharina Wesselmann
Dozentin für Fachdidaktik

Zum neuen Wahlpflichtfach «Lingua Latein» soll unter dem Titel »Aurea Bulla» auch ein eigenes Lehrbuch erarbeitet werden. Auch dieses Werk soll didaktisch auf die Mehrsprachigkeit ausgerichtet und lokal verankert sein. Katharina Wesselmann: «Wir haben eine Lehrbuchstory, die spielt in Augusta Raurica und Basilia. Das heisst, an Orten, mit denen sich die Schüler identifizieren können.»

(Regionaljournal, 17.30 Uhr)