Basler Regierung will Jod-Tabletten für die Haushalte

Im Gegensatz zu den Einwohnern in anderen Kantone haben Basler Bürger zuhause keine Jodtabletten. Diese verhindern die Aufnahme von Radioaktivität bei einem Atomreaktor-Unglück. Dies will die Basler Regierung ändern.

Eine Hand zeigt den Schriftzug einer Jodtablettenpackung.

Bildlegende: Jodtabletten-Packung. In Kantonen nahe von Atomkraftwerken haben die Bürger diese zuhause. Keystone

Gibt es eine radioaktive Wolke, nehmen wir Radioaktivität über unseren Körper auf. Jodtabletten können dies verhindern. Die Einnahme der Tabletten müsste allerdings sehr schnell geschehen. Und dies ist in Basel-Stadt nicht gewährleistet. Denn, hier müssten die Tabletten erst noch von den Gesundheitsdiensten verteilt werden.

Jodverteilung zu langsam

Dies würde nicht funktionieren, sagt Anne Levy, die den Bereich Gesundheitsschutz im Basler Gesundheitsdepartement leitet, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Wenn wirklich ein Atomunfall passiert, dann würde Panik herrschen, darum sei die Verteilung von Jod in diesem Moment an die ganze Bevölkerung schwierig.

Darum setzt sich die Basler Regierung dafür ein, dass auch in der Region Basel Jodtabletten an die Haushalte verteilt werden. In ihrer Vernehmlassungsantwort zur Schweizer Jodtablettenverordnung fordert die Regierung, dass alle Bürger die Tabletten zuhause haben.

Nähe zu Fessenheim

Dies sei umso wichtiger, fügt Anne Levy an, da das französische Atomkraftwerk Fessenheim sich in der Nähe von Basel befindet. Wenn da ein Unfall passiert, dann würde der Schweizer Notfallschutz anders funktionieren, als wenn in einem Schweizer AKW ein Unfall passiert.