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Basel Baselland Basler Regierungswahlen: Elisabeth Ackermann ist gewählt

Rot-Grün gewinnt die Regierungsratswahl in Basel. Die Grüne Elisabeth Ackermann schafft den Sprung in die Regierung gleich im ersten Wahlgang. Das beste Resultat macht Finanzdirektorin Eva Herzog (SP). Auf sie folgen Christoph Brutschin (SP), Lukas Engelberger (CVP) und Conradin Cramer (LDP).

Legende: Video Elisabeth Ackermann ist gewählt abspielen. Laufzeit 2:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.10.2016.
  • Gewählt sind: Eva Herzog, Christoph Brutschin, Lukas Engelberger, Conradin Cramer und Elisabeth Ackermann
  • Die bisherigen Regierungsräte Baschi Dürr und Hans-Peter Wessels verpassen das absolute Mehr und müssen in den zweiten Wahlgang.
  • Im Rennen um das Regierungspräsidium führt Elisabeth Ackermann mit 17'473 Stimmen deutlich vor Baschi Dürr mit 14'017 Stimmen. Es braucht einen zweiten Wahlgang.

Die Bürgerlichen wollten in der Regierung das Ruder wieder übernehmen und erstmals seit 2005 wieder eine Mehrheit in der Regierung stellen. Dieses Ziel hat die Basler Rechte klar verfehlt. Nur gerade zwei bürgerliche Kandidaten (Engelberger und Cramer) schaffen den Sprung in den Basler Regierungsrat im ersten Wahlgang. Baschi Dürr (FDP) verpasst die Wiederwahl als Siebter deutlich, wie auch der SVP-Kandidat Lorenz Nägelin als Neunter.

Das erstmals in der Geschichte zustande gekommene bürgerliche Viererticket von FDP, LDP, CVP und SVP steht bereits nach dem 1. Wahlgang als Verlierer fest. Das heisst, auch wenn die Chance auf eine bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat theoretisch noch besteht, ist der Abstand von Lorenz Nägelin (SVP) sehr gross. Sogar Heidi Mück vom Grünen Bündnis liegt fast tausend Stimmen vor Nägelin.

Ein Wehrmutstropfen gibt es aber auch bei den Linken. Ihr bisheriger Baudirektor Hanspeter Wessels (SP) hat das absolute Mehr im ersten Wahlgang um 872 Stimmen verfehlt. Er selber meint, dass er als Baudirektor ein Departement mit vielen kontroversen Themen führe.

Schlussresultat Regierungsratswahl Basel Stadt


Stimmen
Eva Herzog (bisher) - SP
33'576
Christoph Brutschin (bisher) - SP
29'448
Lukas Engelberger (bisher) - CVP
26'635
Conradin Cramer (neu) -  LDP
24'078
Elisabeth Ackermann (neu) - Grüne23'546
Absolutes Mehr
23'422
Hans-Peter Wessels (bisher) - SP
22'550
Baschi Dürr (bisher) - FDP
21'090
Heidi Mück (neu) - Basta
18'105
Lorenz Nägelin (neu) - SVP17'269
Martina Bernasconi (neu) - GLP
14'115
Christian Müller (neu) - FUK
6'414
Eric Weber (neu) - VA
3'247

Präsidium noch offen

Wer wird Nachfolgerin oder Nachfolger vom abtretenden grünen Regierungspräsidenten Guy Morin? Im Rennen um das Präsidium ist die Entscheidung wie erwartet noch nicht gefallen. Am meisten Stimmen macht die Grüne Elisabeth Ackermann (17'473). Sie verpasste das absolute Mehr jedoch deutlich.

Ackermann distanziert Herausforderer Baschi Dürr um über 3000 Stimmen. Es läuft auf einen zweiten Wahlgang hinaus zwischen Ackermann und Dürr. Beide treten zum zweiten Wahlgang an, wie sie am Sonntagabend bekannt gaben.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung bei den Regierungsratswahlen liegt bei 44,2 Prozent und ist damit um knapp 3 Prozente höher wie vor vier Jahren.

Offenbar hat die Richtungswahl viele Menschen dazu bewogen, ihre Stimme abzugeben.

Kurzinterviews mit den Kandidatinnen und Kandidaten

  • «Ich bin überrascht und glücklich»

    Elisabeth Ackermann (Grüne) ist neue Regierungsrätin des Kantons Basel-Stadt. Sie hat das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreicht. Sie selber hätte nicht damit gerechnet, es im ersten Wahlgang zu erreichen.

  • «Ich war zuversichtlich»

    Lukuas Engelberger (CVP) hat die Wiederwahl geschafft. Was das bürgerliche Viererticket angeht, bleibt er positiv. Er meint, die Chancen auf eine bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat seien intakt. Man solle für den zweiten Wahlgang nichts ändern und weitermachen wie bisher.

  • «2. Wahlgang habe ich nicht ausgeschlossen»

    Baschi Dürr (FDP) muss in den zweiten Wahlgang. Er wurde als Justiz- und Sicherheitsdirektor in seinem Amt nicht bestätigt. Obwohl nur zwei Bürgerliche den Sprung in die Basler Regierung geschafft haben, sei das Viererticket nicht gescheitert, sagt Dürr.

  • «Es ist ein tolles Gefühl»

    Conradin Cramer (LDP) hat das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreicht. Er freut sich über dieses Resultat. Vom bürgerlichen Viererticket habe er sich mehr erhofft, aber das Rennen sei noch nicht gelaufen. Es sei eine spannende Ausgangslage für den zweiten Wahlgang.

  • « Die Wähler goutieren unsere Arbeit»

    Christoph Brutschin (SP) wurde in seinem Amt deutlich bestätigt. Er führt den rot-grünen Wahlerfolg auf die solide Arbeit der Regierung zurück.

  • «Ich habe damit gerechnet, dass es gut kommt»

    Eva Herzog (SP) wird mit einem Glanzresultat als Regierungsrätin in ihrem Amt bestätigt. Dass ihr Parteikollege Wessels nicht im ersten Wahlgang gewählt wurde, empfindet sie als ungerechtfertigt.

  • «Das schlechte Abschneiden der Partei tut weh»

    Martina Bernasconi (GLP) hat als bei den Regierungsratswahlen das drittschlechteste Wahlergebnis erreicht. Schmerzhafter sei aber vor allem das schwache Abschneiden der GLP bei den Parlamentswahlen.

  • «Ich bin parat»

    Heidi Mück (Basta) erreichte 16'664 Stimmen und verpasst das absolute Mehr deutlich. Sie wäre aber parat für den zweiten Wahlgang.

  • «Ich bin enttäuscht»

    Hanspeter Wessels schafft die Wahl in den Regierungsrat nicht auf Anhieb. Er verpasst das absolute Mehr zwar nur knapp mit 872 Stimmen. Er meint, dass er als Baudirektor viele kontroverse Geschäfte auf dem Tisch hatte.

  • «Eine gewisse Enttäuschung ist spürbar»

    Lorenz Nägelin (SVP) ist über sein Wahlresultat nur mässig enttäuscht. Er habe damit rechnen müssen. Die SVP sei in Basel-Stadt noch eine junge Partei, betont Nägelin. Er sieht die erstmalige Zusammenarbeit aller Bürgerlichen als Gewinn.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Patric Huber (Patric Huber)
    Wie immer lag das Schwergewicht auf Links oder Rechts.... Statt Lösungen gab und gibt es Worthülsen zu Lasten des Mittelstandes. Einziger Lichtblick... Die Marionette der Basler Bauindustrie und der Chefgoogler sind "noch" nicht gewählt. Aber ob die beiden oder dann jemand anderes... der Stillstand ist sicher. Statt Menschen mit Format werden "Juhuu ich bin gewählt, also weiterschlafen Leute gewählt"
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    1. Antwort von Walter Vogt (W. Vogt)
      Ich verstehe Ihren Frust nicht. Die Mitte ist in der Regierung mit Cramer, Engelberger und Baschi Dürr (er wird es wohl auch noch schaffen) angemessen vertreten. Zudem sitzt im Parlament eine Mehrheit von Mittelstandsretter (52:48). Da ist der Weltuntergang noch weit entfernt. Dieses Links:Rechts-Denken wird ja wohl hauptsächlich von von der rechten Seite her befeuert.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Ich traue mich beinahe nicht, den Baslern zu gratulieren! denn sonst werden ich wieder als SVP-Hasser niedergeschrien. Doch, die Basler haben bewiesen, dass man auch ganz gut ohne die SVP zurecht kommt.
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    1. Antwort von Edi Steinlin (stoni)
      Spätens dann, wenn die Migrations- und Sozialkosten in den kommenden Jahren ins Unermessliche steigen und die Wirtschaft vielleicht noch viel stärker ins Stocken kommt, könnte das Pendel auf die Gegenseite ausschlagen. Das betrifft dann nicht nur Basel, sondern die ganze Schweiz. Leider ist eine Reaktion dann zu spät !!!!!
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    2. Antwort von Christoph Heierli (help)
      @Steinlin/Basel ist das beste Beispiel dafür, dass Grün und Rot ehrliche und professionelle Arbeit leisten kann. Ich weiss zwar nicht was Sie für ein Pendel meinen. Sie gehören wohl zu denen, die glauben nur eine Abschottung durch die SVP könne uns "retten"
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  • Kommentar von Marc Hofer (M. Hofer)
    Tja.... In Basel sind Fakten gefragt und der SVP-Populismus hat in dieser Ecke der Schweiz keine Chance und das ist auch gut so. Wenn man jetzt noch die finanzielle Situation betrachtet könnten sich alle bürgerlich geführten Kantone eine Scheiben abschneiden. Basel macht Glücklich.....:-).
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