Basler Scientologen erhitzen noch immer die Gemüter

Seit der Eröffnung des neuen Sekten-Hauptquartiers sind bei der Polizei bereits 14 Beschwerden eingegangen: Quartierbewohner fühlen sich von missionierenden Scientologen belästigt. Die Behörden können jedoch nichts dagegen unternehmen, weil das Gesetz das Missionieren erlaubt.

Proteste bei der Eröffnung des Scientology-Hauptquartier im April.

Bildlegende: Proteste bei der Eröffnung des Scientology-Hauptquartier im April. Keystone

Ende April öffneten die Pforten des neuen Scientology-Hauptquartiers im Basler Iselin-Quartier. An der Eröffnungsfeier demonstrierten mehr als hundert Leute gegen die umstrittene Organisation.

Die Aufregung hat sich seither noch nicht gelegt. Bei der Polizei sind in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 14 Beschwerden aus der Bevölkerung gegen Scientology eingegangen. Quartierbewohner fühlen sich belästigt von Scientologen, die missionieren.

Die Behörden haben jedoch keine Handhabe, um den Scientologen das Verteilen von Prospekten auf öffentlichem Grund zu verbieten. Missionieren sei erlaubt, sagt Andreas Knuchel, Sprecher der Basler Polizei.

Das Missionieren verbieten

Doch nicht nur Quartierbewohner, auch Politiker regen sich über die Aktivitäten von Scientology auf. Im Wochentakt werden Vorstösse im Parlament eingereicht. SVP-Grossrat Michel Rusterholtz wünscht sich zum Beispiel, dass Scientologen nicht mehr missionieren dürfen.

Gegen diese Forderung wehrt sich aber Basels Regierungspräsident Guy Morin. Er sagt: Die Religions- und Glaubensfreiheit gelte für alle. Aus diesem Grund könne man nicht einer bestimmten Sekte das Missionieren verbieten und anderen Religionsgemeinschaften dies erlauben.

(Regional Diagonal, 12.03 Uhr)