Basler Sozialhilfe lenkt ein bei der Notschlafstelle

Für auswärtige Obdachlose, die in der Basler Notschlafstelle übernachten möchten, ist der Preis zuletzt stark gestiegen. Soziale Institutionen, welche die Kosten teilweise übernehmen, konnten nun aber durchsetzen, dass in den Wintermonaten weiterhin ein günstiger Tarif gilt.

Ein obdachloser Mann wechselt die Kleiner.

Bildlegende: Obdachlose haben es im Winter besonders schwer (das Bild zeigt einen Randständigen in Zürich). Keystone

Soziale Institutionen wie der Schwarze Peter oder Soup and Chill unterstützen Obdachlose mit Gutscheinen, die sie dann bei der Notschlafstelle einlösen können. Der Preis von neu 40 Franken für Auswärtige sei aber eindeutig zu hoch, sagt Claudia Adrario de Roche von Soup and Chill: «Einen Gutschein in dieser Höhe auszustellen, können wir uns kaum leisten».

Der Grund, warum der Kanton die Preise bei den Gutscheinen erhöht hat: Immer mehr auswärtige Obdachlose bleiben länger als eine Nacht in der Notschlafstelle. Dies bestätigt Nicole Wagner von der Basler Sozialhilfe. «Wir möchten in erster Linie, dass das Angebot den Leuten von hier zugute kommt», so Wagner. Weil einzelne Institutionen aber grosszügig mit Gutscheinen für Auswärtige umgingen, sei das Angebot zu attraktiv. Mit der Preiserhöhung auf 40 Franken wolle man diese Attraktivität mindern.

Auswärtige sollen nicht in der Kälte frieren

Dagegen wehrten sich die sozialen Institutionen. Sie machten sich Sorgen, dass sie wegen der höheren Preise auswärtige Obdachlose in der Kälte lassen müssten. Sie verhandelten mit dem Kanton und konnten einen Erfolg verbuchen: In diesem Winter gilt weiterhin der Preis von 7.50 Franken. Egal, ob für Basler oder Auswärtige. Falls es danach weiterhin kalt sein sollte, wolle man weiterschauen, schreibt die Basler Sozialhilfe.

Für Adrario de Roche ist es mit dieser kurzfristigen Änderung aber nicht erledigt: «Jetzt geht es darum, dass dieser Wintertarif auch nächstes Jahr gilt», so Adrario de Roche.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)