Streit um Kleider Basler Stilexpertin: «Jogginghosen in der Schule sind prima»

Die Schulleitung des Basler Leonhard-Gymnasiums will, dass Schüler nicht mehr in Trainerhosen zum Unterricht erscheinen. Bei den Jugendlichen stösst dies auf Unverständnis. Nun erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterstützung von der Basler Stilberaterin Julia Kolbe.

Die Basler Stilberaterin Julia Kolbe.

Bildlegende: Die Basler Stilberaterin Julia Kolbe. zVg

Julia Kolbe (48) arbeitet seit vielen Jahren als Personal-Stylistin in der Schweiz und in Deutschland und hat unter anderem Prominente wie Harald Schmidt, Ricky Martin und Marco Rima geschminkt. Ihre Stilberatung befindet sich in den Räumlichkeiten des Badischen Bahnhofs in Basel.

Den Streit über Trainerhosen am Gymnasium Leonhard verfolgt sie mit einem Schmunzeln. Einerseits, sagt sie, könne sie verstehen, dass die Schulleitung keine Freude an Trainerhosen habe. Diese hätten das Image einer Freizeitbekleidung. «Es hat etwas Gammeliges.» Sie glaube aber, die Schulleitung müsste umdenken. «Ich würde es befürworten, wenn man die Teenager Jogginghosen tragen lassen würde.»

Teenager sollen sich austoben

Die Jogginghose sei längst als Mode-Accessoire etabliert. «Zudem ist es mir viel lieber, jemand trägt eine Jogginghose, als eine Jeans, die aus mehr Löchern als aus Stoff besteht.» Sie finde, Teenager hätten das Recht, sich in der Modewelt auszutoben und verschiedene Kleiderstile auszuprobieren.

Dass Schulen auf den Kleidungsstil ihrer Schützlinge achten, dagegen habe sie grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie glaube jedoch, es wäre sinnvoller, bei zu knappen Kleidern einzugreifen als bei Jogginghosen. «Diese bedecken ja den Körper, daher sehe ich kein Problem.»