Basler Trams fahren immer häufiger mit grosser Werbung umher.

Mit Werbung zugepflasterte Busse und Trams dürfte man in der Region Basel immer häufiger antreffen, denn grossflächige Plakate sind für Werber und Transportunternehmen attraktiv. Die BVB und die BLT haben ihr Werbegeschäft professionalisiert und dafür eine gemeinsame Tochterfirma gegründet.

Eine Bikini-Werbung auf einem Tram der BLT.

Bildlegende: Immer mehr Trams sind mit grossflächiger Werbung bedruckt. zvg

Die gemeinsame Tochterfirma der beiden regionalen Transportunternehmen trägt einen vielversprechenden Namen: Moving Media Basel. Ihr Ziel sei es, die Werbeflächen einheitlich zu verkaufen, sagt der Geschäftsführer Hans-Georg Bell und ergänzt: «Mit der Firma wollen wir auch mehr Einnahmen generieren». Ziel sei ein Wachstum von rund zehn Prozent.

Eine Möglichkeit bietet dabei grossflächige Werbung auf Trams und Bussen. Diese Formate seien für die Werbekunden und auch für die BVB und die BLT attraktiv. Die neuen Fahrzeuge, das Flexity- bei den BVB und das Tango-Tram bei den BLT, würden sich dazu optimal eignen. «Diese Fahrzeuge bieten ganz neue Möglichkeiten. Sie haben grosse Flächen, die wir gut nutzen können», sagt Bell. Grosse Plakat-Werbekampagnen in der Stadt könne man mit Plakaten auf den Fahrzeugen ergänzen. Mit diesen neuen Formaten konnte man bei den Einnahmen ein Wachstum von gut zehn Prozent verbuchen, sagt Bellt.

Kritik neuer Werbestrategie

Keine Freude an dieser Entwicklung hat der ehemalige Verantwortliche für die Region S-Bahn der SBB, Stephan Maurer. Heute ist er Präsident der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Nordwestschweiz und sagt: «Aussenwerbung, welche die Fenster der Fahrzeuge verdeckt, ist untragbar. Uns wäre es lieber, die BVB und die BLT würden auf diese grossflächige Werbung verzichten.»

Hans-Georg Bell weist diese Aufforderung zurück. Die Verkehrsbetriebe seien sich bewusst, dass ihre Fahrgäste zu viel Werbung nicht tolerieren würden. Deshalb habe man sich auch ein Selbstbeschränkungskonzept auferlegt. Dieses würde die maximale Werbefläche klar limitieren. Allerdings ist der Spielraum noch nicht ausgereizt. Zusätzliche Werbung liegt also auch mit der Selbstbeschränkung noch drin.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)